Nun ja, wer den Blog liest wird festgestellt haben, dass ich ab und zu mal etwas schreibe.
Wer mich kennt, weiß dass ich auch sonst ab und zu mal schreibe - aber kaum wer wusste, dass ich einen Artikel im bald erscheinenden raum&zeit-Themenheft geschrieben habe.
Gestern habe ich die gelayoutete und etwas gekürzte Version meines Artikels gesehen und für gut befunden und bald bekomme ich zwei Belegexemplare die mir dann auch noch beweisen, dass ich jetzt nicht nur als Dichter in renommierten Druckwerken vertreten bin.
Als Beweis ein unleserlicher Screenshot:
Mittwoch, 9. Oktober 2013
makeCSA
Vor ein paar Monaten war ein Filmemacher hier auf dem CSA Hof Pente und hat Bilder für Imageclips aufgenommen.
Die fertigen Videos sind seit ein paar Wochen im Netz, ich habe bislang nur versäumt sie hier vorzustellen:
Der längste, in dem ich auch zu Wort komme, allerdings nur nuschele weil ich gedacht habe das wäre eine Unterhaltung zwischen Stefan dem Filmer und mir, aber seht selbst (wo ich vom Trecker aus so fuchtele schicke ich übrigens die Kinder schimpfend vom Roder weg, es ist keine romantische Geste wie der Film versucht darzustellen):
Das ist mein Lieblingsclip mit meinem Lieblingsbasti.
Die Geschichte dahinter ist, dass Basti mal eine Hofführung für ein Pärchen gegeben hat, das Interesse hatte Mitglieder zu werden. Er hat ihnen im Laufe der Führung jeden negativen und nervigen Aspekt einer CSA-Mitgliedschaft dargelegt und im Anschluss haben sie direkt unterschrieben.
Ich habe dann vorgeschlagen so einen Clip zu machen und die Mehrheit auch gegen die Skepsis meines Chefs überzeugen können.
Also im Grunde ist das des Teufels Beitrag in Gottes Werk:
Das Folgende ist ein sehr niedlicher Clip im Stile von Dingsda oder so ähnlich, die beiden Großen von Tobi und Julia, Johanna und Friedmut erzählen was eigentlich so läuft:
Im nächsten Clip bin ich in verschiedenen Rollen zu sehen, als Trainingsjacketragender SV-Wilzenberg-Hußweiler-Promoter, als Traktorfahrer bei Schlupfstudien am Standart Star, als Kindersitz für Arvittchen, als Hühnermobilvorbereiter und als bärenstarker Kistenschlepper.
Im Grunde also eine Ing-man-Show, zwischen all dem Sex sells aber noch als Botschaftsträger Kinder und Pflanzen.
Das nächste Video ist "Der Weg der Gurke", wie sie verpasst haben es zu nennen.
Es bedarf eigentlich keiner Beschreibung. Die Rasanz des Schnitts und der Bilder ist atemberaubend, aber seht selbst:
Und das letzte Video ist das in dem die Leute die bei CSA mitspielen sagen was sie, außer Bauer, noch sind.
Die fertigen Videos sind seit ein paar Wochen im Netz, ich habe bislang nur versäumt sie hier vorzustellen:
Der längste, in dem ich auch zu Wort komme, allerdings nur nuschele weil ich gedacht habe das wäre eine Unterhaltung zwischen Stefan dem Filmer und mir, aber seht selbst (wo ich vom Trecker aus so fuchtele schicke ich übrigens die Kinder schimpfend vom Roder weg, es ist keine romantische Geste wie der Film versucht darzustellen):
Das ist mein Lieblingsclip mit meinem Lieblingsbasti.
Die Geschichte dahinter ist, dass Basti mal eine Hofführung für ein Pärchen gegeben hat, das Interesse hatte Mitglieder zu werden. Er hat ihnen im Laufe der Führung jeden negativen und nervigen Aspekt einer CSA-Mitgliedschaft dargelegt und im Anschluss haben sie direkt unterschrieben.
Ich habe dann vorgeschlagen so einen Clip zu machen und die Mehrheit auch gegen die Skepsis meines Chefs überzeugen können.
Also im Grunde ist das des Teufels Beitrag in Gottes Werk:
Das Folgende ist ein sehr niedlicher Clip im Stile von Dingsda oder so ähnlich, die beiden Großen von Tobi und Julia, Johanna und Friedmut erzählen was eigentlich so läuft:
Im nächsten Clip bin ich in verschiedenen Rollen zu sehen, als Trainingsjacketragender SV-Wilzenberg-Hußweiler-Promoter, als Traktorfahrer bei Schlupfstudien am Standart Star, als Kindersitz für Arvittchen, als Hühnermobilvorbereiter und als bärenstarker Kistenschlepper.
Im Grunde also eine Ing-man-Show, zwischen all dem Sex sells aber noch als Botschaftsträger Kinder und Pflanzen.
Das nächste Video ist "Der Weg der Gurke", wie sie verpasst haben es zu nennen.
Es bedarf eigentlich keiner Beschreibung. Die Rasanz des Schnitts und der Bilder ist atemberaubend, aber seht selbst:
Und das letzte Video ist das in dem die Leute die bei CSA mitspielen sagen was sie, außer Bauer, noch sind.
YouTube-Dokumentationen
Darniederliegend, hingestreckt von den letzten Zügen einer Mandelentzündung habe ich mir heute ein paar Dokumentationen auf YouTube angeschaut - landwirtschaftliche tatsächlich.
Und sehr inspirierende.
Eine echte Kante, aber trotzdem schön anzusehen.
So kann das gehen wenn man die Arbeit als gegeben hinnimmt und sich danach über das freuen kann was man hat.
Auch inspirierend hart und optimistisch die beiden, wäre mal interessant zu erfahren was aus der jüngeren geworden ist. Bei der älteren kann ich mir vorstellen, dass alles so läuft, aber die jüngere will es doch sehr übers Knie brechen hab ich das Gefühl.
Aber sie würde auch weich fallen falls es nicht klappen sollte:
Und es zeigt etwas was viele Biobauern nicht wahrhaben wollen: es gibt auch Landwirte die konventionell sind und sich trotzdem Gedanken machen.
Und andere Wege gehen auch wenn es keinen Cent extra dafür gibt. Nur schauen.
Und sehr inspirierende.
Mutter Schulze - Arbeiten wie vor hundert Jahren
Also wer sich da selbst mal inspirieren lassen möchte:Eine echte Kante, aber trotzdem schön anzusehen.
So kann das gehen wenn man die Arbeit als gegeben hinnimmt und sich danach über das freuen kann was man hat.
Der Bauer ist eine junge Frau
Eine weitere ist über zwei junge Frauen die Höfe übernehmen.Auch inspirierend hart und optimistisch die beiden, wäre mal interessant zu erfahren was aus der jüngeren geworden ist. Bei der älteren kann ich mir vorstellen, dass alles so läuft, aber die jüngere will es doch sehr übers Knie brechen hab ich das Gefühl.
Aber sie würde auch weich fallen falls es nicht klappen sollte:
Landwirtschaft - Das ganz große Geschäft der Konzerne
Die folgende Doku macht ein bisschen Angst. Sie beschreibt ganz schön in was für einer Zwickmühle sich die Landwirte befinden und wie krank das konventionelle System, und darin eingebettet das gesamtlandwirtschaftliche System ist in dem wir ökologischen Landwirte ebenfall stecken, ist.Und es zeigt etwas was viele Biobauern nicht wahrhaben wollen: es gibt auch Landwirte die konventionell sind und sich trotzdem Gedanken machen.
Und andere Wege gehen auch wenn es keinen Cent extra dafür gibt. Nur schauen.
Jakob, Sepp und Hans im Glück: Schweizer Bauern in Russland
Die Doku zeigt vor allem Sicherheits- und Zweckpessimisten wie mir, dass auch Leute deren Karrieren im Grunde als gelungen anzusehen sind trotzdem nochmal einen Neubeginn wagen.
Das lässt mich vor allem auch ein bisschen weniger angstvoll auf meinen eigenen Einstieg in die Selbstständigkeit schauen. Diese Bauern haben es zum Teil zwei Mal gemacht, genau wie viele aus den beiden vorher verlinkten Dokus.
Wer übernimmt den Hof: Bauern suchen Nachfolger
Die hatte ich im Rückblick über die vielen Dokumentationen heute schon fast vergessen.
Als aus der Landwirtschaft kommender belächelt man oft ein bisschen die Vorstellungen der Quereinsteiger, aber wenn man dann mal sieht wie viel Menschen aufgeben können um Bauer zu sein..
Vor allem wo ich ja doch immer noch ein bisschen am zweifeln bin, ob die Landwirtschaft wirklich die bessere Alternative zu einem Angestelltenjob mit weniger Arbeit aber mehr Geld und Sicherheit wäre.
Plus als jungem Landwirt steht mir eine Hofübernahme ja auch noch bevor:
"Radikaler Selbstversorger-Bauer in Deutschland"
Ich weiß nicht wie der Titel in Wirklichkeit ist, aber mit der Doku hat es für mich heute angefangen und der Kreis schließt sich ein bisschen.
Ganz oben steht die hadernde Kante Mutter Schulze die es einfach aus der Not und Gewohnheit heraus macht und die praktisch eine Ausgeburt der der Landwirtschaft innewohnenden Härte ist und hier steht der alternative und gebildete *Namen vergessen...was langes mit G*, der mindestens genau so wütend auf die Gesellschaft ist, aber der sich das ganze ausgesucht hat und konsequent aber auch irgendwie menschlich und auf eine Art charmant hier ganz in der Nähe sein kleines Ding am laufen hält.
Mittwoch, 25. September 2013
Beispielhafter Post!
Ein sehr schöner Artikel über den Anbau von Supermarkt-Tomaten.
Schön beobachtet und gut und differenziert beschrieben.
Habe den Blog sonst noch nicht gelesen, werde ihn mir aber abonnieren und ihn weiter verfolgen.
http://wurstsack.blogspot.de/2013/09/zu-besuch-bei-den-supermarkt-tomaten.html
Bild aus dem oben verlinkten Artikel.
Schön beobachtet und gut und differenziert beschrieben.
Habe den Blog sonst noch nicht gelesen, werde ihn mir aber abonnieren und ihn weiter verfolgen.
http://wurstsack.blogspot.de/2013/09/zu-besuch-bei-den-supermarkt-tomaten.html
Bild aus dem oben verlinkten Artikel.
Samstag, 21. September 2013
Klein&Fein: Einblick in die Milchkuhfütterung
Ergänzend zu dem kommaüberladenen Post von vorher ist mir die Dimension die der Gedanke auch in Richtung Milch hat aufgegangen.
Wenn man sich die Ration einer konventionell gefütterten Kuh im Vergleich zu einer Demeter-Kuh anschaut, kommt man ins grübeln.
Unsere Milchkuhherde bei mir zuhause ist, nach meinem argumentieren, auch nicht perfekt gefüttert.
Ich habe ja gemeint, dass es sich unspezialisiert am besten und vielfältigsten füttern lässt.
Das stimmt auch.
Ein gewisser Teil des Futters ist Feldfutter, sprich vorher eingesätes Grün- und Mahdfuttergemenge, das aus einer überschaubaren Zahl an Komponenten besteht.
Beispielsweise zwei bis drei Gräser und zwei, drei oder vier Leguminosen wie Rotklee, Weißklee, Wicke, Luzerne oder Inkarnatsklee, Gelbklee..
Zusätzlich gibt es noch Heu und auch selbst abzufressendes Gras von Weiden mit längerer Bestandzeit, das dann Standortabhängig sehr unterschiedlich sein kann.
Es kann die ganze Spannweite von feuchten Fettwiesen mit Sauergras- und Binsenanteil bis zu trockensten Magerwiesen mit Thymian und sonstigen Kräutern haben.
Was ich, bevor ich jetzt gleich über die konventionelle Milchkuhration herziehe, sagen wollte: in der ökologischen Landwirtschaft ist es nicht perfekt, aber doch einigermaßen vielfältig.
Eine konventionelle Milchkuhration wird über das Jahr hindurch möglichst gleichmäßig und energiereich gehalten.
Entsprechend wird zum Teil 365 Tage im Jahr im Stall gefüttert, die Kühe kommen, wenn sie Glück haben, während der Trockenstehzeit (die bisschen mehr als anderthalb Monate vor dem nächsten Abkalben) auf die Weide.
Ansonsten gibt es eine Mischung aus Grassilage, Maissilage, Kraftfutter, Mineralfutter und Stroh.
Diese Mischung wird über das Jahr hindurch möglichst wenig verändert.
Der Weidegang wird auf die milchlose Phase beschränkt, weil die Tiere im Weidegang unmöglich vergleichbare Energiedichten wie im Mischfutter aufnehmen könnten.
Das Silofutter hat, durch die Fermentation die das halbfeuchte Gras durchläuft, schon erste Aufbrechprozesse der Kohlehydratketten hinter sich, wodurch das Herankommen an die Energie weniger Aufwand vom Verdauungsapperat der Kuh bedarf.
Das jung gemähte Gras ist eiweißreich und durch das Silieren "leicht verdaulich".
Was nett klingt, vor allem weil wir Menschen unser Essen ja auch durch kochen so behandeln, dass es leichter verdaulich ist, ist in Wirklichkeit aber ein Verbrechen gegen den Verdauungsapperat der Kuh.
Rinder haben die einzigartige Fähigkeit Proteine zu generieren wo keine existieren.
In einer finnischen Studie hat man irgendwann mal Kühen Futter gefüttert, dem künstlich jegliches Eiweiß entzogen wurde und sie haben trotzdem noch 1500kg Milch mit normalem Proteingehalt gegeben (Das ist jetzt unprofessionell quellenlos, aber wer sich dafür interessiert wird es schon finden und auf Wunsch würde ich mich auch auf die Suche begeben).
Was ich damit meine ist, das eiweißreiche und schon vorher teilweise aufgeschlossene Futter belastet die Organe der Milchkühe.
Das übermäßige Eiweiß belastet die Leber und die Harnstoffwerte in der Milch steigen.
Wer meine "beispielhafte" konventionelle Milchkuhration nochmal durchschaut und sich wundert, dass sie zum Teil aus Stroh besteht, wundert zurecht.
Das Problem, das bei solch intensiven Rationen festgestellt wurde, war dass die Tiere bei solchem halb-aufgeschlossenen Futter keinen Wiederkäu-Reiz verspüren und ein guter Teil des energiereichen Futters ungenutzt den Verdauungstrakt passiert.
Beim Wiederkäuen wird das Futter wieder und wieder ins Maul der Kuh hochgewürgt und mit Speichel vermengt zerkaut und vermatscht, wodurch an immer neue und immer hartnäckiger verschlossene Kohlehydrate herangekommen wird.
Der Wiederkäureflex wird durch etwas ausgelöst, was in der Landwitschaft umgangssprachlich "pieksen" genannt wird.
Silage ist eine weiche schwere Masse und piekst nicht.
Heu ist sogenanntes Rauhfutter und piekst, es muss häufig wiedergekaut werden damit die Kuh an die in ihm liegenden Reserven kommt. Je grober das Heu ist, desto mehr piekst es.
Mit dem Wissen wird in die wenig zum Wiederkäuen inspirierende Futterration grobes Heu ("Pferdeheu") oder Stroh reingemischt, das an sich wenig Energie mitbringt, aber sehr stark piekst.
So wird der Rauhfutterverwerter Kuh, der aus ausgewaschenen und getrockneten Grashalmen Milch machen kann, dahin geführt, eine intensivste Futtermischung, die der Organismus im Grunde nur zur Hälfte verdaut wieder hinten raus kötteln würde, mit allen von der Evolution ausgefeilten Verdauungsmechanismen anzugehen und eine Milch herzustellen, die eigentlich das ist was vorne rein kommt. Nur in weiß.
Dasselbe in weiß sozusagen.
In der Schweiz, in Österreich und in Süddeutschland ist Heumilch bereits ein Qualitätsbegriff.
Alpenmilch könnte auch einer sein, ist aber ein irreführender - intensives, angesätes Ackerfutter wird als "Alpenmilchgrundstoff" durchgehen gelassen, solange es aus der Alpenregion kommt.
Das feuchte Milieu der regulären Grassilage, mit einem Feuchtigkeitsgehalt von oft 65-70% fördert aber auch die Entwicklung und Verbreitung von Colibakterien und Clostridien, die durch unsaubere Futtergewinnung und eventuell einsilierte Tierleichen in das Futter kommen und zum Teil sowohl den Verdauungsprozess, als auch das Verkäsen (und sogar das Pasteurisieren) überstehen.
Bei der Verkäsung von Rohmilch, bzw. beim Käsen ohne Zusatzstoffe muss deswegen schon bei der Futtergewinnung auf absolute Sauberkeit geachtet werden, ein Grund zum Beispiel, dass in der konventionellen Futtergewinnung für Silage und Heu tiefer gemäht werden kann, als für die ökologische Fütterung.
Im Käseprozess kann der Milch das Enzym Lysozym zugesetzt werden (Lebensmittelzusatzstoff E1105), das verhindert, dass die Bakterien, die über den Schmutz ins Futter gelangten und sich beim Pasteurisieren verkapseln, arbeiten und den Käse zum blähen bringen.
Bei Temperaturen über 14°C dauert das ohne Zusatz von Lysozym, das in der EU ausschließlich in der Reifkäseherstellung zugelassen ist, drei Wochen, bei Joghurt und ähnlichen Produkten kann darauf verzichtet werden, weil sie direkt nach der Herstellung in die Kühlung gehen und dadurch das Milieu zu kalt für die Entwicklung der Bakterien ist.
Das gute an einem eigenen Blog ist, dass ich einfach von Kuchen backen auf Pobacken kommen kann und von einem Angriff auf die intensive und nicht artgemäße Fütterung auf die Probleme die diese für die Weiterverarbeitung mit sich bringt.
Ein Satz aber noch zur generellen Geißelung der konventionellen Rinderhaltung, vielleicht auch als Vorgriff auf einen zukünftigen Post: nicht jeder konventionelle Landwirt hält seine Milchkühe vom Weidegang fern und als jemand der versucht die Leute nicht immer über einen Kamm zu scheren möchte ich auch sagen, dass konventionelle Landwirte nicht unbedingt Unmenschen im Vergleich zu ökologischen sind.
Es kommt immer auf den einzelnen Menschen drauf an und was für ein Verhältnis der zu seinen Tieren hat.
Wenn man sich die Ration einer konventionell gefütterten Kuh im Vergleich zu einer Demeter-Kuh anschaut, kommt man ins grübeln.
Unsere Milchkuhherde bei mir zuhause ist, nach meinem argumentieren, auch nicht perfekt gefüttert.
Ich habe ja gemeint, dass es sich unspezialisiert am besten und vielfältigsten füttern lässt.
Das stimmt auch.
Ein gewisser Teil des Futters ist Feldfutter, sprich vorher eingesätes Grün- und Mahdfuttergemenge, das aus einer überschaubaren Zahl an Komponenten besteht.
Beispielsweise zwei bis drei Gräser und zwei, drei oder vier Leguminosen wie Rotklee, Weißklee, Wicke, Luzerne oder Inkarnatsklee, Gelbklee..
Zusätzlich gibt es noch Heu und auch selbst abzufressendes Gras von Weiden mit längerer Bestandzeit, das dann Standortabhängig sehr unterschiedlich sein kann.
Es kann die ganze Spannweite von feuchten Fettwiesen mit Sauergras- und Binsenanteil bis zu trockensten Magerwiesen mit Thymian und sonstigen Kräutern haben.
Was ich, bevor ich jetzt gleich über die konventionelle Milchkuhration herziehe, sagen wollte: in der ökologischen Landwirtschaft ist es nicht perfekt, aber doch einigermaßen vielfältig.
Eine konventionelle Milchkuhration wird über das Jahr hindurch möglichst gleichmäßig und energiereich gehalten.
Entsprechend wird zum Teil 365 Tage im Jahr im Stall gefüttert, die Kühe kommen, wenn sie Glück haben, während der Trockenstehzeit (die bisschen mehr als anderthalb Monate vor dem nächsten Abkalben) auf die Weide.
Ansonsten gibt es eine Mischung aus Grassilage, Maissilage, Kraftfutter, Mineralfutter und Stroh.
Diese Mischung wird über das Jahr hindurch möglichst wenig verändert.
Der Weidegang wird auf die milchlose Phase beschränkt, weil die Tiere im Weidegang unmöglich vergleichbare Energiedichten wie im Mischfutter aufnehmen könnten.
Das Silofutter hat, durch die Fermentation die das halbfeuchte Gras durchläuft, schon erste Aufbrechprozesse der Kohlehydratketten hinter sich, wodurch das Herankommen an die Energie weniger Aufwand vom Verdauungsapperat der Kuh bedarf.
Das jung gemähte Gras ist eiweißreich und durch das Silieren "leicht verdaulich".
Was nett klingt, vor allem weil wir Menschen unser Essen ja auch durch kochen so behandeln, dass es leichter verdaulich ist, ist in Wirklichkeit aber ein Verbrechen gegen den Verdauungsapperat der Kuh.
Rinder haben die einzigartige Fähigkeit Proteine zu generieren wo keine existieren.
In einer finnischen Studie hat man irgendwann mal Kühen Futter gefüttert, dem künstlich jegliches Eiweiß entzogen wurde und sie haben trotzdem noch 1500kg Milch mit normalem Proteingehalt gegeben (Das ist jetzt unprofessionell quellenlos, aber wer sich dafür interessiert wird es schon finden und auf Wunsch würde ich mich auch auf die Suche begeben).
Was ich damit meine ist, das eiweißreiche und schon vorher teilweise aufgeschlossene Futter belastet die Organe der Milchkühe.
Das übermäßige Eiweiß belastet die Leber und die Harnstoffwerte in der Milch steigen.
Wer meine "beispielhafte" konventionelle Milchkuhration nochmal durchschaut und sich wundert, dass sie zum Teil aus Stroh besteht, wundert zurecht.
Das Problem, das bei solch intensiven Rationen festgestellt wurde, war dass die Tiere bei solchem halb-aufgeschlossenen Futter keinen Wiederkäu-Reiz verspüren und ein guter Teil des energiereichen Futters ungenutzt den Verdauungstrakt passiert.
Beim Wiederkäuen wird das Futter wieder und wieder ins Maul der Kuh hochgewürgt und mit Speichel vermengt zerkaut und vermatscht, wodurch an immer neue und immer hartnäckiger verschlossene Kohlehydrate herangekommen wird.
Der Wiederkäureflex wird durch etwas ausgelöst, was in der Landwitschaft umgangssprachlich "pieksen" genannt wird.
Silage ist eine weiche schwere Masse und piekst nicht.
Heu ist sogenanntes Rauhfutter und piekst, es muss häufig wiedergekaut werden damit die Kuh an die in ihm liegenden Reserven kommt. Je grober das Heu ist, desto mehr piekst es.
Mit dem Wissen wird in die wenig zum Wiederkäuen inspirierende Futterration grobes Heu ("Pferdeheu") oder Stroh reingemischt, das an sich wenig Energie mitbringt, aber sehr stark piekst.
So wird der Rauhfutterverwerter Kuh, der aus ausgewaschenen und getrockneten Grashalmen Milch machen kann, dahin geführt, eine intensivste Futtermischung, die der Organismus im Grunde nur zur Hälfte verdaut wieder hinten raus kötteln würde, mit allen von der Evolution ausgefeilten Verdauungsmechanismen anzugehen und eine Milch herzustellen, die eigentlich das ist was vorne rein kommt. Nur in weiß.
Dasselbe in weiß sozusagen.
In der Schweiz, in Österreich und in Süddeutschland ist Heumilch bereits ein Qualitätsbegriff.
Alpenmilch könnte auch einer sein, ist aber ein irreführender - intensives, angesätes Ackerfutter wird als "Alpenmilchgrundstoff" durchgehen gelassen, solange es aus der Alpenregion kommt.
Das feuchte Milieu der regulären Grassilage, mit einem Feuchtigkeitsgehalt von oft 65-70% fördert aber auch die Entwicklung und Verbreitung von Colibakterien und Clostridien, die durch unsaubere Futtergewinnung und eventuell einsilierte Tierleichen in das Futter kommen und zum Teil sowohl den Verdauungsprozess, als auch das Verkäsen (und sogar das Pasteurisieren) überstehen.
Bei der Verkäsung von Rohmilch, bzw. beim Käsen ohne Zusatzstoffe muss deswegen schon bei der Futtergewinnung auf absolute Sauberkeit geachtet werden, ein Grund zum Beispiel, dass in der konventionellen Futtergewinnung für Silage und Heu tiefer gemäht werden kann, als für die ökologische Fütterung.
Im Käseprozess kann der Milch das Enzym Lysozym zugesetzt werden (Lebensmittelzusatzstoff E1105), das verhindert, dass die Bakterien, die über den Schmutz ins Futter gelangten und sich beim Pasteurisieren verkapseln, arbeiten und den Käse zum blähen bringen.
Bei Temperaturen über 14°C dauert das ohne Zusatz von Lysozym, das in der EU ausschließlich in der Reifkäseherstellung zugelassen ist, drei Wochen, bei Joghurt und ähnlichen Produkten kann darauf verzichtet werden, weil sie direkt nach der Herstellung in die Kühlung gehen und dadurch das Milieu zu kalt für die Entwicklung der Bakterien ist.
Das gute an einem eigenen Blog ist, dass ich einfach von Kuchen backen auf Pobacken kommen kann und von einem Angriff auf die intensive und nicht artgemäße Fütterung auf die Probleme die diese für die Weiterverarbeitung mit sich bringt.
Ein Satz aber noch zur generellen Geißelung der konventionellen Rinderhaltung, vielleicht auch als Vorgriff auf einen zukünftigen Post: nicht jeder konventionelle Landwirt hält seine Milchkühe vom Weidegang fern und als jemand der versucht die Leute nicht immer über einen Kamm zu scheren möchte ich auch sagen, dass konventionelle Landwirte nicht unbedingt Unmenschen im Vergleich zu ökologischen sind.
Es kommt immer auf den einzelnen Menschen drauf an und was für ein Verhältnis der zu seinen Tieren hat.
Montag, 16. September 2013
Klein&Fein
Ein Gedanke der mir gerade gekommen ist, der im Grunde als sehr massives Argument für kleinteilige, vielfältige Landwirtschaft genommen werden kann, ist, dass die Dinge im Grunde immer am besten schmecken, wenn sie in kleinen, unwirtschaftlichen Zusammenhängen entstanden sind.
Gekommen ist mir der Gedanke als ich gerade vor den drei Schweinen gestanden habe, die meine Eltern zuhause auf dem Hof von dem ich komme halten, um die Molke und die Abfälle zu verwerten.
Wenn die Schweine zum Schlachter gehen, werden sie regelmäßig gefragt, ob sie nicht Lust hätten mehr Schweine zu mästen und sie an den Metzger zu verkaufen.
Die Schweine fressen viele verschiedene Sachen, zu einem guten Teil auch so Sachen wie abgelaufenen Joghurt oder Käsebruch der vom Käsen übrig geblieben ist, dazu noch Gemüsereste und Molke.
So haben sie einen vielfältigen Speiseplan, der sie gesund wachsen lässt.
Ähnlich ist es mit den Hühnern die hier auf dem Bornwiesenhof (auf dem ich gerade auf Heimatbesuch bin) frei herumlaufen.
Das Hühnermobil ist meiner Meinung nach die artgemäßeste Weise Hühner intensiv zu halten und auch die Eier sind geschmacklich die besten die man so kaufen kann - allerdings ist der Sprung von Hühnermobileiern zu den Eiern die die Hühner die bei mir zuhause komplett frei herumlaufen und sich auf Triebwegen, in Hecken, auf dem Futtertisch im Stall und überhaupt auf dem ganzen Hofgelände ihre Mahlzeiten selbst zusammensuchen können, unglaublich.
Meiner Meinung nach nochmal ein solcher Qualitäts- und Geschmacksunterschied wie zwischen konventionellen Eiern und Hühnermobileiern.
Wenn ich höre, wie Verwandte von Kollegen, die mit Bio nichts am Hut haben, erzählen, dass sie die Kartoffeln, die besagte Kollegen als Gastgeschenk mit zu den Verwandten gebracht haben, an alte Nachbarn weitergegeben haben und diese mit Tränen in den Augen gemeint haben, sie hätten seit ihrer Kindheit keine Kartoffeln mehr mit Geschmack gegessen, dann fühle ich mich in dem Gedanken auch bestätigt.
Wenn ich mir im Gegensatz dazu dann vor Augen führe, wie ein Demeter Hof am Bodensee im Moment einen "großen" Schweine-Maststall baut in dem bald 250 Schweine mit Breifütterung gemästet werden, dann kommt mir das fast wie eine Farce vor - Demeter ist zwar der Anbauverband mit den am engsten Gestrickten Vorschriften, trotzdem sind immer noch Welten zwischen den einzelnen Betrieben.
Zwischen den drei Mastschweinen bei mir zuhause, den 40 im Freilauf auf Pente oder den 250, deren Portion jeden Tag exakt gleich aussehen wird und aus gekochten Gemüseresten und Kartoffeln, Getreide, Molke, Eiweißergänzer in Form von Leguminosenschrot und Wasser zu Brei gemischt und maschinell in die Tröge gepumpt wird.
Überall kann man Demeter aufs Etikett schreiben, aber die Schweinchen zuhause sind für den Eigenbedarf, oder eventuell noch für Verwandte, die auf Pente sind exklusiv für die Mitglieder - und die die dann nicht ganz so geil sind, kann man im Bioladen als Demeter-Schweinefleisch kaufen.
Da lobt man sich doch manchmal, dass man Insider ist und an der Quelle der guten Sachen sitzt.
Oder man sollte CSA-Mitglied werden, dann kann man mitbestimmen was auf seinem Teller landet - und sicher sein was es ist.
In dem Sinne viele Grüße aus dem Hunsrück.
Gekommen ist mir der Gedanke als ich gerade vor den drei Schweinen gestanden habe, die meine Eltern zuhause auf dem Hof von dem ich komme halten, um die Molke und die Abfälle zu verwerten.
Wenn die Schweine zum Schlachter gehen, werden sie regelmäßig gefragt, ob sie nicht Lust hätten mehr Schweine zu mästen und sie an den Metzger zu verkaufen.
Die Schweine fressen viele verschiedene Sachen, zu einem guten Teil auch so Sachen wie abgelaufenen Joghurt oder Käsebruch der vom Käsen übrig geblieben ist, dazu noch Gemüsereste und Molke.
So haben sie einen vielfältigen Speiseplan, der sie gesund wachsen lässt.
Ähnlich ist es mit den Hühnern die hier auf dem Bornwiesenhof (auf dem ich gerade auf Heimatbesuch bin) frei herumlaufen.
Das Hühnermobil ist meiner Meinung nach die artgemäßeste Weise Hühner intensiv zu halten und auch die Eier sind geschmacklich die besten die man so kaufen kann - allerdings ist der Sprung von Hühnermobileiern zu den Eiern die die Hühner die bei mir zuhause komplett frei herumlaufen und sich auf Triebwegen, in Hecken, auf dem Futtertisch im Stall und überhaupt auf dem ganzen Hofgelände ihre Mahlzeiten selbst zusammensuchen können, unglaublich.
Meiner Meinung nach nochmal ein solcher Qualitäts- und Geschmacksunterschied wie zwischen konventionellen Eiern und Hühnermobileiern.
Wenn ich höre, wie Verwandte von Kollegen, die mit Bio nichts am Hut haben, erzählen, dass sie die Kartoffeln, die besagte Kollegen als Gastgeschenk mit zu den Verwandten gebracht haben, an alte Nachbarn weitergegeben haben und diese mit Tränen in den Augen gemeint haben, sie hätten seit ihrer Kindheit keine Kartoffeln mehr mit Geschmack gegessen, dann fühle ich mich in dem Gedanken auch bestätigt.
Wenn ich mir im Gegensatz dazu dann vor Augen führe, wie ein Demeter Hof am Bodensee im Moment einen "großen" Schweine-Maststall baut in dem bald 250 Schweine mit Breifütterung gemästet werden, dann kommt mir das fast wie eine Farce vor - Demeter ist zwar der Anbauverband mit den am engsten Gestrickten Vorschriften, trotzdem sind immer noch Welten zwischen den einzelnen Betrieben.
Zwischen den drei Mastschweinen bei mir zuhause, den 40 im Freilauf auf Pente oder den 250, deren Portion jeden Tag exakt gleich aussehen wird und aus gekochten Gemüseresten und Kartoffeln, Getreide, Molke, Eiweißergänzer in Form von Leguminosenschrot und Wasser zu Brei gemischt und maschinell in die Tröge gepumpt wird.
Überall kann man Demeter aufs Etikett schreiben, aber die Schweinchen zuhause sind für den Eigenbedarf, oder eventuell noch für Verwandte, die auf Pente sind exklusiv für die Mitglieder - und die die dann nicht ganz so geil sind, kann man im Bioladen als Demeter-Schweinefleisch kaufen.
Da lobt man sich doch manchmal, dass man Insider ist und an der Quelle der guten Sachen sitzt.
Oder man sollte CSA-Mitglied werden, dann kann man mitbestimmen was auf seinem Teller landet - und sicher sein was es ist.
In dem Sinne viele Grüße aus dem Hunsrück.
Sonntag, 28. Juli 2013
Die Krux mit den Hühnern #2
Meine Zweifel an dem klassischen Legehennensystem habe ich ja schon in "Die Krux mit den Hühnern" vor ein paar Wochen beschrieben.
Inzwischen gab es ein paar positive Rückmeldungen, die mich ermutigt haben mich nochmal bisschen in die Materie zu vertiefen.
Da die Rückmeldungen zum Teil aus dem Kreis der Mitglieder unserer CSA-Gemeinschaft kamen, habe ich gestern Nacht in meinen Hühnerbüchern und dem Internet gestöbert, um eine Auswahl von Rassen zu bekommen, die als Rassehühner sowohl für die Mast der Bruderhähnchen, als auch für den Legebetrieb geeignet sind - sprich sich in der Eierleistung möglichst den Lohmann-Hybriden annähern.
Das Ergebnis war ein bisschen ernüchternd, die "Lohmann Brown Classic" die wir auf Pente in den letzten Jahren hatten, legen in einer 12-Monatigen Legeperiode laut Lohmann etwa 300 Eier, bei uns werden es vielleicht um die 285 sein.
Die meisten Zwiehuhnrassen (Zweinutzungs-) die für mich interessant schienen legen laut Rassebeschreibung, was höchstwahrscheinlich z.T. nicht so intensiv auf Leistung zielt, realistisch zwischen 160 und 240 Eier, wobei die meisten so zwischen 180 und 200 liegen.
300 gegen 240 geht ja noch, aber schon 200 Eier wären ein Drittel weniger von Tieren mit schlechterer Futterverwertung.
Als ich meine "Ergebnisse" und Bedenken heute auf dem Hof ein bisschen herumgetragen habe, wurde ich wieder bisschen auf den Boden gebracht und an meinen eigenen Ansatz erinnert - meine persönliche Meinung ist, dass 300 Eier pro Henne und Jahr utopisch und nicht gesund ist.
Fertig aus.
Als Bauer denkend allerdings, gibt es da noch den Ansatz der Wirtschaftlichkeit, die bei allem Idealismus auch immer gegeben sein muss - allerdings sollte man sich als Bioeierzeuger, Biobauer oder -konsument der die Menschen immer anhält doch die Augen offen zu halten, der vor Monsantos mit ihren Monopolen warnt, an die eigene Nase greifen und sich überlegen was das mit den Cuxhavener Hennen denn eigentlich ist - ein Drittel aller weltweit verzehrten Eier kommt von Lohmann-Hennen aus Cuxhaven.
Just saying.
Auch ist der Wegwerfgedanke bei lebenden Tieren ein, wie ich glaube, auslaufender Ansatz - in der Rinderzucht wird jetzt auch wieder mehr darauf geachtet, dass die Tiere mehr als nur ein oder zwei Laktationen durchhalten.
Biobauern haben sich in der Rinder- und z.T. auch in der Schweinezucht von den konventionellen Linien bzw. Kreuzungen verabschiedet und versuchen alte Rassen züchterisch zu bearbeiten und dadurch in ihrer Vielfalt zu erhalten und trotzdem marktfähig zu sein.
Bei Mastschweinen kenne ich mich nicht aus, bei den Holstein-Rindern gibt es aber krasse Beispiele wie z.B. Hanoverhill Starbuck, einen Bullen, der 2003 Vater von 90% aller in Kanada geborenen Holsteins (und das sind bestimmt über 90% aller Milchrinder dort) und Ahn zu 65,8% der in Deutschland eingesetzten Besamungsbullen in 1999.
Das mal als Exkurs.
Den Ansatz des Verzichtens auf einen Teil des möglichen Ertrages haben die Milchbauern in der Bioszene den Hühnerhaltern voraus.
Viele züchten nach eigenen Vorstellungen in Richtung eines Tieres, das möglichst aus dem Grundfutter (Gras, Heu, (zunehmend verpöntermaßen gehört auch Silage dazu)) eine gute Milchleistung bringt und zusätzlich noch so viel Reserven hat, dass es ein paar Jahre leben kann.
Das heißt dann, dass eine Demeter-Kuh über Jahre je nach Rasse, Jahr und Lage des Hofes, aus Weidegang, Grünfutter und Heu problemlos zwischen 3800 und 6500kg Milch im Jahr geben kann.
Es geht auch bis zu 8000kg, aber dann wars das auch irgendwann.
In der konventionellen Landwirtschaft wird kaum unter 8000kg gedacht.
Eher Richtung 10.000-12.000, am besten aber gen 15.000 und darüber hinaus.
Und für Holstein-Bullenkälber kriegt man in NRW zum Teil nur 20-40 Euro.
Im Hunsrück immerhin noch 80-100 - aber der Kreis schließt sich, oder?
Die Hahnenküken sind in der klassischen Hybridzucht auch wertlos.
Das jetzt auf Hühner übertragen, dann wären selbst 180 Eier nicht all zu schlecht im Vergleich von realistischen 4000kg Milch gegen 8000.
Plus, man hätte pro Henne die diese 180 Eier produziert ein Brathähnchen das auch schmeckt.
Ein weiteres Thema in dem man sich ein Beispiel an der Rinderzucht nehmen könnte, wäre das Anzweifeln des Wegwerfgedanken: in der Bioland-Zeitschrift von letztem oder vorletztem Monat stand eine Auswertung von Versuchen, wo Halter ihre Hennen durch die Mauser (Federwechsel) gebracht haben.
Für Demeter-Bedingungen müsste man das Verfahren nochmal anpassen, weil Futter-, Wasser- und Lichtentzug auch temporär nicht erlaubt ist.
Und man muss die Tiere für kurze Zeit einem körperlichen Stress aussetzen, damit sie das Legen einstellen, das Federkleid komplett wechseln und dann regeneriert für weitere Monate legen können.
Es dauert zwar zehn Wochen bis die Hennen wieder bei voller Leistung sind - allerdings ist der Futterverbrauch pro Ei dann geringer weil die Tiere nicht mehr wachsen müssen, die Herde ist ruhiger und routinierter, was auch die Verluste minimiert, die Eier sind etwas größer und nach fünf bis sieben Monaten des Legens haben sich die finanziellen Verluste gegenüber dem Austauschen der Hennen wieder angeglichen.
Plus man hat einen Durchgang geschredderter Bruderhähnchen gespart.
Ich habe gestern 23 Rassen ausgesucht und geschaut was die Leistungen in Form von Körpergewicht und vor allem Legeleistung sind.
Allerdings ist bei den allermeisten das Problem, dass sie - obwohl ursprünglich als Leistungsrasse gezüchtet - seit dem Aufkommen der Hybridkreuzungen vor einigen Jahrzehnten von Schauzüchtern am Leben gehalten wurden, die vor allem auf äußere Merkmale selektiert haben und die Legeleistung weniger im Auge hatten.
Von den 23 Rassen sind 18 Zweinutzungsrassen, ungefähr fünf sind sehr alte Rassen, die meisten der Rassen sind vor dem Aufkommen der industriellen Kreuzungen zwischen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erzüchtet worden.
13 Rassen können laut Standart 200 Eier, aber eher weniger.
Ich werde die Rassen kurz anhand ihres Ursprungs auflisten, wer möchte kann sie im Internet suchen und drüber lesen, sonst werde ich in einem weiteren Blogpost aber auch nochmal kurz und knapp über die einzelnen Rassen schreiben.
Deutscher Ursprung: Niederrheiner, Dresdner, Deutsches Reichshuhn, Westfälischer Totleger, Ramelsloher, Vorwerk, Deutsche Sperber, Sundheimer, Lakenfelder.
Niederländischer Ursprung: Welsumer und Barnevelder
Französischen Ursprungs: Maran und Bresse Gauloise
Amerikanischen Ursprungs: Rhodeländer, New Hampshire, Plymouth Rocks, Leghorn.
Sonst noch Australorp aus Australien, Italiener ursprünglich aus dem Süden, aber in der Form in Holland und Deutschland erzüchtet, Sulmtaler aus Österreich, Orpington und Sussex aus England und Araucana die grüne Eier legen und von denen niemand genau weiß wo sie herkommen.
Wenn man jetzt mal losgelöst von der tatsächlichen Eierzahl auf die Rassen guckt und überlegt, was einem Einbußen im ein oder anderen Bereich (Eier oder Fleisch) wert sind, kann man sich auch weitere Bewertungsansätze überlegen, was wäre es einem wert eine gefährdete Rasse zu erhalten und weiterzuentwickeln, möchte man eine bestimmte Eierfarbe oder -größe?
Gibt es sonst spezielle Bedingungen die erfüllt sein wollen?
Ich könnte das jetzt noch weiter spinnen, aber ich denke, dass es für diesen Post, als weitere grundlegende Erklärung meiner Ansatzversuche, ausreicht.
Ich hoffe nur dass sich das Interesse aus der CSA-Gemeinschaft nicht zerschlägt, weil es ist nicht utopisch.
Ich habe mir ausgerechnet, dass, wenn 240 Menschen pro Woche im Schnitt drei Eier bekämen, 208 Hennen mit einer Legeleistung von 180 Eiern pro Jahr ausreichen würden.
Bei mehr Eiern pro Henne und Jahr würden entsprechend auch weniger Hennen ausreichen, wobei wir ja einen Stall haben der auf 225 Hennen ausgelegt ist.
Aber im Moment ist es noch Zukunftsmusik alles auf Rassegeflügel umzustellen, im Moment wäre nur interessant einmal eine Rasse auszuprobieren.
Vielleicht entsteht aus diesen Ansätzen ja tatsächlich etwas.
Also: nächster Post mit den kurzen und knappen Portraits der 23 Rassen kommt.
Falls man sonst noch interessiert ist:
Rinderrassen die in Deutschland neben den H-F für die Milchproduktion genutzt werden:
Rotbunte und Schwarzbunte alter Zuchtrichtung, Simmentaler-Fleckvieh, Allgäuer Braunvieh, Schweizer Braunvieh, Rotvieh, Angler, Jersey, Gelbvieh plus noch einiger noch weniger bedeutender Rassen wie Pinzgauer, Glanvieh, Vorderwälder, Hinterwälder und bestimmt noch einiger mehr, die mir spontan nicht einfallen.
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