Sonntag, 8. Februar 2015
Mal wieder bisschen was grundsätzliches
Vielleicht ist ein Teil des Problems, dass es keine sachliche Diskussion mit richtigen und falschen Standpunkten ist.
Dann kann man auch nicht sachlich drüber reden.
Was ich Mal für Mal interessant finde, ist die Macht der Bilder.
Ich habe den Vorstellungsclip des Landwirtspärchens nicht gesehen, aber gehe davon aus, dass er wesentlich nüchterner war als der von Tobi.
Alleine dass in der eingeblendeten Zeile mit dem Namen stand "Betreibt mit seiner Frau eine Massentierhaltung" (o.ä.) hat ja schon mal für klare Rollenverteilungen und zugewiesene schwarze Peter gesorgt.
Meine erste Reaktion bei solchen klaren Eckenzuweisungen ist "jetzt seid doch mal sachlich!", aber wenn man ehrlich ist, dann sind solche Bilder sachlich.
Den Schweinen in den Mastanstalten mag es nicht so schlecht gehen wie es oft dargestellt wird, aber bunt ist es da nicht.
(Außer die Spalten in den Flat Decks vielleicht, die habe ich schon in grün, orange und rot gesehen)
Es wird immer viel gesprochen, solche Gespräche sind aber in den seltensten Fällen wirklich zielführend, weil jedes einzelne Mal wieder bei Adam und Eva begonnen wird.
Sicher, es sind nicht die Gespräche bei denen die Landwirtschaft verändert wird, die da im Fernsehen geführt werden, nicht direkt jedenfalls, aber es sind die Gespräche, aus denen sich viele Leute ihr Bild von der Landwirtschaft ziehen.
Ein Punkt den die Henkes gemacht haben und den ich auch mantramäßig versuche an den Mann (respektive die Frau) zu bringen ist, dass die Tiere es nicht anders kennen.
Das rechtfertigt nichts, macht nichts besser oder sogar gut, es macht die Dinge höchstens "okayer".
Ein Schwein, dass sein Leben in engen und überfüllten Buchten (ja, vorschriftsgemäß und tierschutzgerecht ausreichend Platz, aber come on, kein Mensch wird behaupten wollen, dass die Buchten nicht zu eng und die Partien zu groß sind, als dass es "wesensgemäß" wäre) verbracht hat, philosophiert auch nur eine Sekunde darüber, wie es wohl wäre im Dreck zu wühlen.
Liebe Tierschützer: Ja, sie haben alle den Instinkt und Drang es zu tun und sie wühlen auch ihre Scheiße regelmäßig auf links und wieder zurück (was sie draußen nie-niemals machen würden), aber der Punkt, dass das einzelne Tier psychisch unter dem Gedanken leidet, dass ihm ein schönes Leben vorenthalten wird, ist zu vernachlässigen.
Ein weiterer falscher Ansatz, der bei den regelmäßigen Diskussionen Mal für Mal wieder angeschnitten wird ist, dass irgendwer seine Tiere mit Absicht quält.
Es ist kein schönes Leben, das konventionelle Schweine haben und es ist m.M.n. auch kein Tierwürdiges, aber ihnen wird nicht mit Absicht Leid beigefügt.
Die Schlimmen Dinge die passieren, passieren (denke ich) hauptsächlich aus Abstumpfung und Ignoranz heraus und "weil man es immer so gemacht hat"/"man es so macht", aber keiner steht morgens auf um seine Tiere zu quälen.
(Die Leute wollen ja damit Geld verdienen und kranke Tiere wachsen nicht und geben keine Mil....blablabla, man weiß es inzwischen).
Ich merke, dass ich mich auch bisschen mit den Grundlagen aufhalte und versuche mal zu meinen Punkten zu kommen.
Zuallererst mal wieder ein Exkurs; dieser Artikel sollte bitte gelesen werden.
Mein persönlicher Ansatz, warum Bio jetzt besser ist als konventionelle Landwirtschaft, ist, dass ich den Balanceakt an der Grenze des Möglichen persönlich ablehne.
Es gibt viele Menschen die ich sehr gerne mag, die es genau als Herausforderung sehen, aber mir würde an dem Punkt die Freude an der Sache flöten gehen.
Was ich meine ist, dass in der Landwirtschaft, genau wie in der Industrie, versucht wird das menschenmögliche auszureizen.
Ich schaue mir gerne Sport an, aber den Sportlern unterstelle ich so viel Verstand, dass ich davon ausgehe, dass die Tortur des Weges zur Spitze eine freie Entscheidung war.
Landwirte müssen in ihrer Arbeit ihre Tiere und Flächen zur Leistungsgrenze treiben.
Zum einen verlangt der Markt das so, aber zum anderen hinterfragen die meisten Landwirte das Muster nicht - "weil man es so macht" - und es ist ja auch ein kleines bisschen der Wettbewerbsgedanke mit dem Nachbarn der da noch reinspielt...
Milchkühe laufen so lange sie können einen Marathon im Sprint, Legehennen das selbe nur nochmal bisschen schlimmer. Wobei; vielleicht nicht: Hennen legen nach 20 Wochen voll, das sind fünf Monate und legen dann nochmal so etwa 12, sagen wir 14 Monate lang Eier, das heißt, dass die produktive Phase vielleicht ein bisschen mehr als doppelt so lange ist wie die des Aufwachsens.
Bei Kühen will man, dass sie nach zwei Jahren Milch geben und eine Remontierungsrate von unter 30%, was heißt, dass jedes Jahr weniger als 30% der Kühe ausgetauscht wird.
Ergo, nach 3,3 Jahren in Milch ist die Kuh wieder weg vom Fenster (ich glaube das stimmt so, wer es besser weiß bitte melden).
Also ist die produktive Zeit nur bisschen mehr als anderthalb Mal die Aufwachszeit (und 24 Monate Erstkalbealter ist schon hart finde ich)
Konventionelle Kühe geben so 10.000kg Milch im Jahr und Kühe mit 100.000 Litern sind schon seit Jahrzehnten immer der Renner in der Bauernzeitschrift, inzwischen gibt es auch eine Kuh mit über 200.000 gemolkenen Kilos Milch.
Worauf ich hinaus will: Kühe haben eine Karriere wie Profifußballer, Debüt mit 20, Karriereende mit 37. Es werden Rationen berechnet, in denen der Erhaltungsbedarf ein Faktor ist der fest steht, dann wird ausgerechnet, wie man das Futter zusammenstellen muss, damit jeder Nährstoff zum einen für eine Höchstleistung ausreichend zur Verfügung steht, und zum anderen nicht verschütt geht weil ein anderer Nährstoff nicht ausreichend vorhanden ist.
Der Faktor Tierwohl ist, wenn überhaupt, eher so gezwungenermaßen mit drin: Eine reine Silageportion stimuliert den Rauhfutterfresser Rind nicht zum Wiederkäuen, was für die unglaubliche Verdauungs- und Umwandlungsleistung essentiell ist, deswegen bekommen die Tiere etwas Stroh ins Futter gemischt, welches "piekst" und dadurch das Wiederkäuen anregt.
So gibt es zu jeder Tierart alter- und lebensphasenspezifische Listen, in denen man gucken kann, was die Tiere in dem Moment idealerweise brauchen. Also von der Ernährungsseite her.
Nochmal ein Einschub mit Bezug auf die Talkshow; der "Pottkoch" Tom Waschat hat was gesagt, das ich ziemlich gut finde "zuallererst ist eine Möhre mal eine Möhre und ein Stück Fleisch ein Stück Fleisch. Egal ob jetzt Bio oder konventionell" und das wollte ich dem weiteren Erguss über richtig und falsch mal noch voranstellen: ich bin kein Gegner der konventionellen Landwirtschaft.
Ich habe konventionelle Milch- und Fleischerzeuger kennengelernt und mir angeschaut was sie so machen und mir ist nichts kriminelles begegnet.
Bei Geflügel habe ich keine Ahnung, da weiß ich nur das was jeder weiß und ich versuche es zu vermeiden, aber ich weiß wie es z.B. in den Schweineställen aussieht und das ist für mich kein Grund die konventionelle Schweinemast zu verdammen.
Ich hoffe es kommt raus was ich meine.
Ich boykottiere Mc Donald's nicht, das meine ich.
Also ja, das Ausreizen des durch die Natur bereitgestellten Potenzials mag ich nicht und ich mag noch nicht, dass ich das Substrattomaten-Prinzip im Grunde beliebig übertragen kann.
Ich finde ein Boden, dem alles in Form von konzentrierten Nährstoffen zugegeben wird, damit da auch möglichst optimal versorgte Pflanzen drauf wachsen können, einen toten Boden.
Es ist legitim es so zu machen und nochmal gesagt, ich kaufe es ja auch, aber es ist in meinen Augen eine Farce.
Eine Kuh, die mit Getreide aus Holstein und Brandenburg und Eiweißergänzern aus Südamerika gefüttert wird, die Silage bekommt aus Mais, der mit Schweinegülle aus Vechta und Kunstdüngern aus Ludwigshafen gedüngt wurde und Grassilage, die die selbe Behandlung bekam gibt keine Milch aus der Eifel finde ich. Und lass die Schweinegülle in der Eifel dann meinetwegen aus Belgien oder Holland kommen, was näher ist als Vechta und den Bauern seine eigene Gülle natürlich auch auf den eigenen Flächen ausbringen, aber das macht meiner Meinung nach den Braten nicht fett.
Ich weiß nicht was daran dann noch groß regional ist.
Sicher, das Wetter und die Bodeneigenschaften, auf die ja auch wir Biobauern so stolz sind und die Bauernfamilie die seit Jahrhunderten dort sitzt, aber ist es am Ende des Tages nicht dasselbe wie ein mit Nährstoffen versetztes Trägersubstrat?
Für mich ist es auf jeden Fall ähnlich.
(Bioflächen wandeln natürlich ihre Nährstoffe wunderbar aus organischen Materialien und Dünger selbst um und liefern den Pflanzen Dinge die so rein sind wie doppelt-milchgefilterter Wodka und so beseelt wie die Seele selbst.)
Wieder: wenn ich hier in Kiel Brot kaufe, dann bin ich meistens zu faul und geizig um zum Bio-Bäcker zu gehen, aber ich gehe nicht davon aus, dass ich von der Skyeigenen "Landbäckerei" Brot aus sonnengereiftem Getreide aus Kiel-Kronshagen bekomme, das so holsteinisch ist wie die Flagge (die übrigens aussieht wie die holländische).
Wenn ich so über die Landwirtschaft schreibe, dann fühle ich mich, obwohl ich mir nicht mal sicher bin, ob ich den Text jetzt posten will oder nicht, schon als Nestbeschmutzer.
Weil es lässt ein bisschen außen vor, dass bäuerliche Landwirtschaft immer mit viel Arbeit und Risiko verbunden ist und jede Spielform ihre Daseinsberechtigung hat. Man sollte halt nur wissen, was man will und was man bekommt.
Wenn man bei Willi umme Ecke Pommes kauft, hat man auch andere Erwartungen, als wenn man sich selbst Kartoffelecken in den Backofen schiebt.
Was ich interessant finde ist, dass sich jetzt von der Bauernseite her Widerstand regt: ich war an der Uni in einem Vortrag über die Medienarbeit des Bauernverbandes S-H, die auf jeden Fall noch heftig in den Kinderschuhen steckt, aber anläuft.
Sowas zum Beispiel, im Moment ist das noch verwackelt und handgemacht, aber das wird sich noch ändern.
Zusätzlich habe ich bei der dlz ein Stück Text gefunden, in dem es darum geht, wie mit Tierhaltungsgegnern umzuspringen ist und das Tips liefert die helfen sollen den "Gegner" zu besiegen.
Mit hervorragend ausgearbeiteten Antworten zu häufig vorgetragenen Vorwürfen; zum Beispiel aus der Reihe der Vorwürfe in denen Fleischesser "verunglimpft und beleidigt" werden:
Die Behauptung: "Wer Fleisch isst, ist unmoralisch."
Was genau ist gemeint? Wer Fleisch iss, nimmt damit automatisch die Tötung von Tieren in Kauf und überwiegend auch deren Haltung als Nutztiere. Das ist nicht vereinbar mit der modernen menschlichen Moral.
Wie argumentiere ich? Auf Klarheit drängen - was ist überhaupt unmoralisch? Moral kommt nämlich von lateinisch mos, und das bedeutet Sitte und Gebrauch. Bitten Sie um Erklärung, wie genau das gemeint ist und warum genau Fleischkonsum als nicht moralisch empfunden wird. Und vor allem fragen Sie nach, wer überhaupt bestimmt, was moralisch ist und was nicht.
Ich habe viel Respekt vor solcherlei Diskussionen und auch noch kein Patentrezept gefunden, das man so weiter geben könnte, aber das ist auf jeden Fall der falsche Ansatz.
Leute die davon ausgehen, dass sie schlauer und zivilisierter sind als man selbst mit geliehenen Argumenten auszustechen - das gibt nichts.
Und in dem Artikel gibt es einen ganzen Haufen solcher Dinge, die alles noch viel schlimmer machen.
So kann man sich zum Beispiel bei den Behauptungen "Fleischesser sind Mörder", "Nutztierhaltung ist Tierquälerei", "Tiere denken, fühlen und empfinden genau wie wir Menschen" usw.
Insgesamt kann hat man sich fünfzehn Mal Hilfe holen.
Mal wieder schön abgeschwoffen, aber warum nicht.
Es ist ja Sonntag und ich sollte für Klausuren lernen, da kann man gerne ein paar Stunden dafür aufwenden einen Text ohne effektiven Nennwert zu schreiben..
Finde ich interessant
Als Bauer denke ich "so what"? Die Simmentaler (Oder auch weniger urig "Fleckvieh" genannt) erleben gerade die erste groß angelegte Marketingkampagne für eine Rinderrasse in Deutschland im 21. Jahrhundert.
Für ein zwei Wochen altes schwarzbuntes Holstein-Kalb bekommt man in Holstein selbst noch knapp 30 Euro vom Viehhändler. Die Rasse sind Milchmaschinen, aber Hungerhaken.
Die Simmentaler-Leute haben bis vor so fünf Jahren oder so mit roten Holsteins eingekreuzt, bis sie auf einmal gemerkt haben, dass sie dadurch ja rote Holsteins bekommen und deswegen dann keine Kohle für die Kälber.
Also haben sie sich zurückbesonnen und allen Leuten erzählt, dass es ganz toll ist Simmentaler zu halten und weil man dank des Heterosiseffektes bei der Kreuzung zwischen zwei Rassen in der F1-Generationen Wunderhybriden erhält, bekommt man auch mehr Geld für die Kälber.
Mc Donald's hat das schön für alle verständlich in einem Clip erklärt:
Ich hoffe nur, dass Mäcces die alten Kühe in die Burger macht und nicht nur einfach Simmentaler-Jungbullen, weil dann hätten sie vergessen zu erwähnen, dass die nicht bei kleinen Betrieben in Bergdörfern gemästet werden...
Ich finde aber die ganze Aktion inklusive der Marketing- und Lobby-Arbeit des Zuchtverbandes sehr interessant..
Übrigens eine neunsprachige Website wenn man möchte: http://www.zuchtverband-miesbach.com/
Dienstag, 13. Januar 2015
...Landwirt zu sein
Dann schaut man länger hin und bemerkt, dass man im Laufe der Zeit an jedem Zaun, jedem Feldrand, jedem Gehölz und jedem Baum mal entlanggegangen oder -gefahren ist und es kennt.
Mal ein krasser, romantischer, aber umso schönerer Gegensatz zum Studium, wo anorganische Chemie nur die Vorhölle der organischen Chemie zu sein scheint..
Mittwoch, 23. April 2014
Kennen was man kritisiert
Freitag, 21. März 2014
Rhythmus ersetzt Kraft
Das erste Mal, dass mir das aufgefallen ist, war, als ich mit 18 Besuch von einer Bekannten hatte, die mir eigentlich körperlich fit erschien, der ein Vormittag mitlaufen und mithelfen zuhause bei mir aber schon ziemlich anstrengend schien.
Seitdem habe ich irgendwie immer im Hinterkopf eine "wirklich schwere Arbeit" zu verrichten wenn ich in der Landwirtschaft tätig bin.
Es ist aber eine komische Sache.
Ich kenne einige Mädchen, die den Job mindestens genauso gut machen wie ich, also grenzwertig Schwer im rein physischen Sinne kann es nicht sein.
Zu Mädchen in der Landwirtschaft werde ich irgendwann wohl nochmal einen eigenen Post verfassen, weil das ein Thema ist über das ich auch schon ein bisschen nachgedacht habe.
Aber um beim wirklichen Thema zu bleiben: für mich ist es "anstrengender" (Im Sinne von "erschöpft-sein-danach") ein paar Stunden hier auf Pente im Garten auszuhelfen, als "unsere" schweißtreibensten Arbeiten wie zum Beispiel Hackrahmen mit Geräten ausstatten, Heuballen schleppen, (zuhause) einstreuen, Holz spalten oder sowas zu machen.
Der Schluss, zu dem ich gekommen bin, war, dass Steiner in einem seiner vielen Zitate Recht hatte: Rhythmus ersetzt Kraft".
In explanation: Wenn ich klassisch-langweilig in "meinem Metier", der Landwirtschaft unterwegs bin und die Aufgaben des Vor- oder Nachmittages kenne, dann kann ich mich von meinem Tempo her schon vom ersten Handgriff an auf den letzten einstellen.
Wenn ich nicht den dauernden Stress habe "was kommt jetzt" oder "was war jetzt noch auf der Liste", kann ich ein Tempo für die Arbeiten finden, das mich nicht auslaugt, mir aber genügend Puffer verschafft, um auch wirklich alle Dinge abhaken zu können.
Dazu gehört auch, unrealistische Dinge zu erkennen, und, als unrealistisch erkannt, nicht noch in den Zeitplan reindrücken zu wollen.
Für mich sind Hunger und das Überprüfen der Uhrzeit (meistens hungerbedingt) Indikatoren dafür, dass der Rhythmus nicht stimmt.
Ich schieße mich jetzt gerade sehr auf den Rhythmus ein, aber benutze das Wort schon lange zum Beschreiben für das Geheimnis für ein unangestrengtes Arbeiten, habe es aber erst jetzt im Februar auf dem Februarkurs in Bad Vilbel in dem Steinerzitat wiedererkannt.
Zuhause war ich gewohnt, ohne Frühstück über zweieinhalb Stunden im Melkstand und Stall zu stehen, Kühe zu treiben, zu melken, Traktor zu fahren und zu gabeln, ohne dass es wirklich an die Substanz gegangen wäre.
Nachmittags das Selbe: ab halb Fünf Stallroutine.
Nach einigen Monaten hier auf Pente habe ich mich mit einer Freundin über das Thema unterhalten und gemeint, dass hier die Mahlzeiten so weit auseinander lägen, sie hat nachgerechnet und mir vorgerechnet, dass mein Penter Nachmittag länger sei als der Bornwieser - allerdings waren zuhause die letzten zweieinhalb bis drei Stunden wirklich so eine Routine, dass jeder Handgriff hundertfach erprobt war und instinktiv gemacht wurde.
So wie der Morgenstalldienst, von dem ich oft im Scherz sage, dass ich ihn zwar gemacht habe aber erst zum Frühstück wirklich aufgewacht wäre, waren die Abendstalldienste ab dem bewussten "Ich-gehe-jetzt-in-den-Stall" automatisch.
Inklusive konzentriertem Vormelken, ausweichen bei schlagenden Kuhschwänzen und Reaktionen auf tretende Kühe.
Bevor ich für mich jetzt beschlossen habe, dass der Rhythmus und das "sich einstellen" auf die Arbeiten der Knackpunkt sind, habe ich immer von der "Logik des Hofes" gesprochen.
Ich habe in den letzten Jahren schon so viel hier geschrieben, der Begriff wird bestimmt irgendwo aufgetaucht sein.
Die Logik der Höfe ist, dass man weiß, wenn Problem X auftritt, findet man die Lösung an Platz Y.
Man "weiß wie der Hase Läuft".
Alle Freunde aus der Lehre, die den Hof gewechselt haben, und eigene Beobachtungen haben mich in diesem Erklärungsversuch bestätigt: man muss sich erstmal einen Überblick verschaffen, bevor man sich sicher fühlt. Das mit dem Steinerzitat und das, worum es in diesem ausführlichen Text geht ist nur die Speciel Extended Version der ganzen Geschichte, der Schritt von dem Punkt, dass man die Arbeit durchschaut (dem Erkennen der "Logik des Hofes") zu dem Punkt, an dem man die Arbeit wird und erst wieder aufwacht, wenn es Mittagessen oder Feierabend gibt - ohne dass es der Arbeit einen Abbruch tut (im Gegenteil, glaube ich).
Additionsstrich:
Ein entspanntes Arbeiten ist, wenn man den Halbtag nicht als aneinandergereihte Arbeiten/Aufgaben sieht, sondern als ein Ganzes, das aus diversen Arbeiten besteht, die man so sehr verinnerlicht hat, dass man den "entspanntesten" Weg durch sie hindurch blindlings finden kann. Dazu gehört natürlich auch Aufmerksamkeit und, bei mir als mein Hobby und "Mindjogging", der ständige Versuch die Dinge noch runder/effektiver zu gestalten.
Wegträumen und sich ablenken (durch Musik über Kopfhörer z.B.) ist erlaubt, wenn es die Zeit totschlägt (stressmindernd, beim grubbern, eggen, walzen, wenn man viel Erfahrung auf dem Traktor hat auch miststreuen und Heu wenden) und nicht bei Arbeiten geschieht die Aufmerksamkeit erfordern (Kreiseleggen - Steine, schwere Dinge auf dem Frontlader - Kippgefahr, Überfahren des Hofes - herumrennende Blagen), da ist es anspannender entspannende Musik zu hören und sich darüberhinaus noch zu konzentrieren als sich schlicht und ergreifend nur zu konzentrieren.
Entspanntes und unangestrengtes Arbeiten ist entspannt zu sein.
Dienstag, 31. Dezember 2013
Freitag, 1. November 2013
"Nachruf"
Die Momente, in denen ich Probleme mit dem System in der Landwirtschaft bekomme sind eigentlich eher selten, aber heute ist so einer.
Die älteste Kuh aus der Herde meiner Eltern, Alma, wurde zum schlachten abgeholt.
Im Februar wäre sie 18 Jahre alt geworden, war seit bestimmt 15 Jahren Teil der Herde und kein unbedeutender.
Einer der Gründe, das sie trotz geringer Milchleistung immer noch dabei war, war dass sie der Kopf der Herde war und seit Jahren für Ruhe und Ordnung gesorgt hat.
Es gab zwar immer wieder Kühe die stärker als sie waren, diese hatten aber Respekt vor ihr, weil sie zum einen schon eine Größe war als sie in die Herde kamen und sich Alma zum anderen nie an den Scharmützeln beteiligt hat in denen sich die Rangordnung immer mal wieder ändert.
Wenn sie gestoßen hat, dann meistens um Unruhestifter in die Schranken zu weisen.
Alma war eins der ersten Rinder die in die Herde kamen als ich anfing auf dem Hof und im Stall zu helfen und war über Jahre eine konstante.
Von den vielen Kälbern die sie hatte waren fast alles Bullen, unter anderem Adam der zeitweise unser Zuchtbulle war.
Ihr letztes Kalb war allerdings weiblich und an ihr ist es nun das Erbe weiter zu tragen.
Alba die weiße.
Nachdem Alba geboren wurde bekam Alma ziemlich bald Mastitis und wurde Amme für zwei Kälber, wofür sie aus der Herde genommen wurde und auf der anderen Seite des Futtertisches mit den beiden in einer Box stand.
Es brach einem fast das Herz wenn man sah wie sehr sie litt nicht mehr mit den anderen zum Melken gehen zu können.
Trotz Arthritis im Alter war sie immer mit von der Partie.
Die schmerzen die sie beim Laufen hatte, waren am Ende
Mittwoch, 9. Oktober 2013
Artikel in raum&zeit
Wer mich kennt, weiß dass ich auch sonst ab und zu mal schreibe - aber kaum wer wusste, dass ich einen Artikel im bald erscheinenden raum&zeit-Themenheft geschrieben habe.
Gestern habe ich die gelayoutete und etwas gekürzte Version meines Artikels gesehen und für gut befunden und bald bekomme ich zwei Belegexemplare die mir dann auch noch beweisen, dass ich jetzt nicht nur als Dichter in renommierten Druckwerken vertreten bin.
Als Beweis ein unleserlicher Screenshot:
makeCSA
Die fertigen Videos sind seit ein paar Wochen im Netz, ich habe bislang nur versäumt sie hier vorzustellen:
Der längste, in dem ich auch zu Wort komme, allerdings nur nuschele weil ich gedacht habe das wäre eine Unterhaltung zwischen Stefan dem Filmer und mir, aber seht selbst (wo ich vom Trecker aus so fuchtele schicke ich übrigens die Kinder schimpfend vom Roder weg, es ist keine romantische Geste wie der Film versucht darzustellen):
Das ist mein Lieblingsclip mit meinem Lieblingsbasti.
Die Geschichte dahinter ist, dass Basti mal eine Hofführung für ein Pärchen gegeben hat, das Interesse hatte Mitglieder zu werden. Er hat ihnen im Laufe der Führung jeden negativen und nervigen Aspekt einer CSA-Mitgliedschaft dargelegt und im Anschluss haben sie direkt unterschrieben.
Ich habe dann vorgeschlagen so einen Clip zu machen und die Mehrheit auch gegen die Skepsis meines Chefs überzeugen können.
Also im Grunde ist das des Teufels Beitrag in Gottes Werk:
Das Folgende ist ein sehr niedlicher Clip im Stile von Dingsda oder so ähnlich, die beiden Großen von Tobi und Julia, Johanna und Friedmut erzählen was eigentlich so läuft:
Im nächsten Clip bin ich in verschiedenen Rollen zu sehen, als Trainingsjacketragender SV-Wilzenberg-Hußweiler-Promoter, als Traktorfahrer bei Schlupfstudien am Standart Star, als Kindersitz für Arvittchen, als Hühnermobilvorbereiter und als bärenstarker Kistenschlepper.
Im Grunde also eine Ing-man-Show, zwischen all dem Sex sells aber noch als Botschaftsträger Kinder und Pflanzen.
Das nächste Video ist "Der Weg der Gurke", wie sie verpasst haben es zu nennen.
Es bedarf eigentlich keiner Beschreibung. Die Rasanz des Schnitts und der Bilder ist atemberaubend, aber seht selbst:
Und das letzte Video ist das in dem die Leute die bei CSA mitspielen sagen was sie, außer Bauer, noch sind.
YouTube-Dokumentationen
Und sehr inspirierende.
Mutter Schulze - Arbeiten wie vor hundert Jahren
Also wer sich da selbst mal inspirieren lassen möchte:Eine echte Kante, aber trotzdem schön anzusehen.
So kann das gehen wenn man die Arbeit als gegeben hinnimmt und sich danach über das freuen kann was man hat.
Der Bauer ist eine junge Frau
Eine weitere ist über zwei junge Frauen die Höfe übernehmen.Auch inspirierend hart und optimistisch die beiden, wäre mal interessant zu erfahren was aus der jüngeren geworden ist. Bei der älteren kann ich mir vorstellen, dass alles so läuft, aber die jüngere will es doch sehr übers Knie brechen hab ich das Gefühl.
Aber sie würde auch weich fallen falls es nicht klappen sollte:
Landwirtschaft - Das ganz große Geschäft der Konzerne
Die folgende Doku macht ein bisschen Angst. Sie beschreibt ganz schön in was für einer Zwickmühle sich die Landwirte befinden und wie krank das konventionelle System, und darin eingebettet das gesamtlandwirtschaftliche System ist in dem wir ökologischen Landwirte ebenfall stecken, ist.Und es zeigt etwas was viele Biobauern nicht wahrhaben wollen: es gibt auch Landwirte die konventionell sind und sich trotzdem Gedanken machen.
Und andere Wege gehen auch wenn es keinen Cent extra dafür gibt. Nur schauen.
Jakob, Sepp und Hans im Glück: Schweizer Bauern in Russland
Wer übernimmt den Hof: Bauern suchen Nachfolger
"Radikaler Selbstversorger-Bauer in Deutschland"
Mittwoch, 25. September 2013
Beispielhafter Post!
Schön beobachtet und gut und differenziert beschrieben.
Habe den Blog sonst noch nicht gelesen, werde ihn mir aber abonnieren und ihn weiter verfolgen.
http://wurstsack.blogspot.de/2013/09/zu-besuch-bei-den-supermarkt-tomaten.html
Bild aus dem oben verlinkten Artikel.
Samstag, 21. September 2013
Klein&Fein: Einblick in die Milchkuhfütterung
Wenn man sich die Ration einer konventionell gefütterten Kuh im Vergleich zu einer Demeter-Kuh anschaut, kommt man ins grübeln.
Unsere Milchkuhherde bei mir zuhause ist, nach meinem argumentieren, auch nicht perfekt gefüttert.
Ich habe ja gemeint, dass es sich unspezialisiert am besten und vielfältigsten füttern lässt.
Das stimmt auch.
Ein gewisser Teil des Futters ist Feldfutter, sprich vorher eingesätes Grün- und Mahdfuttergemenge, das aus einer überschaubaren Zahl an Komponenten besteht.
Beispielsweise zwei bis drei Gräser und zwei, drei oder vier Leguminosen wie Rotklee, Weißklee, Wicke, Luzerne oder Inkarnatsklee, Gelbklee..
Zusätzlich gibt es noch Heu und auch selbst abzufressendes Gras von Weiden mit längerer Bestandzeit, das dann Standortabhängig sehr unterschiedlich sein kann.
Es kann die ganze Spannweite von feuchten Fettwiesen mit Sauergras- und Binsenanteil bis zu trockensten Magerwiesen mit Thymian und sonstigen Kräutern haben.
Was ich, bevor ich jetzt gleich über die konventionelle Milchkuhration herziehe, sagen wollte: in der ökologischen Landwirtschaft ist es nicht perfekt, aber doch einigermaßen vielfältig.
Eine konventionelle Milchkuhration wird über das Jahr hindurch möglichst gleichmäßig und energiereich gehalten.
Entsprechend wird zum Teil 365 Tage im Jahr im Stall gefüttert, die Kühe kommen, wenn sie Glück haben, während der Trockenstehzeit (die bisschen mehr als anderthalb Monate vor dem nächsten Abkalben) auf die Weide.
Ansonsten gibt es eine Mischung aus Grassilage, Maissilage, Kraftfutter, Mineralfutter und Stroh.
Diese Mischung wird über das Jahr hindurch möglichst wenig verändert.
Der Weidegang wird auf die milchlose Phase beschränkt, weil die Tiere im Weidegang unmöglich vergleichbare Energiedichten wie im Mischfutter aufnehmen könnten.
Das Silofutter hat, durch die Fermentation die das halbfeuchte Gras durchläuft, schon erste Aufbrechprozesse der Kohlehydratketten hinter sich, wodurch das Herankommen an die Energie weniger Aufwand vom Verdauungsapperat der Kuh bedarf.
Das jung gemähte Gras ist eiweißreich und durch das Silieren "leicht verdaulich".
Was nett klingt, vor allem weil wir Menschen unser Essen ja auch durch kochen so behandeln, dass es leichter verdaulich ist, ist in Wirklichkeit aber ein Verbrechen gegen den Verdauungsapperat der Kuh.
Rinder haben die einzigartige Fähigkeit Proteine zu generieren wo keine existieren.
In einer finnischen Studie hat man irgendwann mal Kühen Futter gefüttert, dem künstlich jegliches Eiweiß entzogen wurde und sie haben trotzdem noch 1500kg Milch mit normalem Proteingehalt gegeben (Das ist jetzt unprofessionell quellenlos, aber wer sich dafür interessiert wird es schon finden und auf Wunsch würde ich mich auch auf die Suche begeben).
Was ich damit meine ist, das eiweißreiche und schon vorher teilweise aufgeschlossene Futter belastet die Organe der Milchkühe.
Das übermäßige Eiweiß belastet die Leber und die Harnstoffwerte in der Milch steigen.
Wer meine "beispielhafte" konventionelle Milchkuhration nochmal durchschaut und sich wundert, dass sie zum Teil aus Stroh besteht, wundert zurecht.
Das Problem, das bei solch intensiven Rationen festgestellt wurde, war dass die Tiere bei solchem halb-aufgeschlossenen Futter keinen Wiederkäu-Reiz verspüren und ein guter Teil des energiereichen Futters ungenutzt den Verdauungstrakt passiert.
Beim Wiederkäuen wird das Futter wieder und wieder ins Maul der Kuh hochgewürgt und mit Speichel vermengt zerkaut und vermatscht, wodurch an immer neue und immer hartnäckiger verschlossene Kohlehydrate herangekommen wird.
Der Wiederkäureflex wird durch etwas ausgelöst, was in der Landwitschaft umgangssprachlich "pieksen" genannt wird.
Silage ist eine weiche schwere Masse und piekst nicht.
Heu ist sogenanntes Rauhfutter und piekst, es muss häufig wiedergekaut werden damit die Kuh an die in ihm liegenden Reserven kommt. Je grober das Heu ist, desto mehr piekst es.
Mit dem Wissen wird in die wenig zum Wiederkäuen inspirierende Futterration grobes Heu ("Pferdeheu") oder Stroh reingemischt, das an sich wenig Energie mitbringt, aber sehr stark piekst.
So wird der Rauhfutterverwerter Kuh, der aus ausgewaschenen und getrockneten Grashalmen Milch machen kann, dahin geführt, eine intensivste Futtermischung, die der Organismus im Grunde nur zur Hälfte verdaut wieder hinten raus kötteln würde, mit allen von der Evolution ausgefeilten Verdauungsmechanismen anzugehen und eine Milch herzustellen, die eigentlich das ist was vorne rein kommt. Nur in weiß.
Dasselbe in weiß sozusagen.
In der Schweiz, in Österreich und in Süddeutschland ist Heumilch bereits ein Qualitätsbegriff.
Alpenmilch könnte auch einer sein, ist aber ein irreführender - intensives, angesätes Ackerfutter wird als "Alpenmilchgrundstoff" durchgehen gelassen, solange es aus der Alpenregion kommt.
Das feuchte Milieu der regulären Grassilage, mit einem Feuchtigkeitsgehalt von oft 65-70% fördert aber auch die Entwicklung und Verbreitung von Colibakterien und Clostridien, die durch unsaubere Futtergewinnung und eventuell einsilierte Tierleichen in das Futter kommen und zum Teil sowohl den Verdauungsprozess, als auch das Verkäsen (und sogar das Pasteurisieren) überstehen.
Bei der Verkäsung von Rohmilch, bzw. beim Käsen ohne Zusatzstoffe muss deswegen schon bei der Futtergewinnung auf absolute Sauberkeit geachtet werden, ein Grund zum Beispiel, dass in der konventionellen Futtergewinnung für Silage und Heu tiefer gemäht werden kann, als für die ökologische Fütterung.
Im Käseprozess kann der Milch das Enzym Lysozym zugesetzt werden (Lebensmittelzusatzstoff E1105), das verhindert, dass die Bakterien, die über den Schmutz ins Futter gelangten und sich beim Pasteurisieren verkapseln, arbeiten und den Käse zum blähen bringen.
Bei Temperaturen über 14°C dauert das ohne Zusatz von Lysozym, das in der EU ausschließlich in der Reifkäseherstellung zugelassen ist, drei Wochen, bei Joghurt und ähnlichen Produkten kann darauf verzichtet werden, weil sie direkt nach der Herstellung in die Kühlung gehen und dadurch das Milieu zu kalt für die Entwicklung der Bakterien ist.
Das gute an einem eigenen Blog ist, dass ich einfach von Kuchen backen auf Pobacken kommen kann und von einem Angriff auf die intensive und nicht artgemäße Fütterung auf die Probleme die diese für die Weiterverarbeitung mit sich bringt.
Ein Satz aber noch zur generellen Geißelung der konventionellen Rinderhaltung, vielleicht auch als Vorgriff auf einen zukünftigen Post: nicht jeder konventionelle Landwirt hält seine Milchkühe vom Weidegang fern und als jemand der versucht die Leute nicht immer über einen Kamm zu scheren möchte ich auch sagen, dass konventionelle Landwirte nicht unbedingt Unmenschen im Vergleich zu ökologischen sind.
Es kommt immer auf den einzelnen Menschen drauf an und was für ein Verhältnis der zu seinen Tieren hat.
Montag, 16. September 2013
Klein&Fein
Gekommen ist mir der Gedanke als ich gerade vor den drei Schweinen gestanden habe, die meine Eltern zuhause auf dem Hof von dem ich komme halten, um die Molke und die Abfälle zu verwerten.
Wenn die Schweine zum Schlachter gehen, werden sie regelmäßig gefragt, ob sie nicht Lust hätten mehr Schweine zu mästen und sie an den Metzger zu verkaufen.
Die Schweine fressen viele verschiedene Sachen, zu einem guten Teil auch so Sachen wie abgelaufenen Joghurt oder Käsebruch der vom Käsen übrig geblieben ist, dazu noch Gemüsereste und Molke.
So haben sie einen vielfältigen Speiseplan, der sie gesund wachsen lässt.
Ähnlich ist es mit den Hühnern die hier auf dem Bornwiesenhof (auf dem ich gerade auf Heimatbesuch bin) frei herumlaufen.
Das Hühnermobil ist meiner Meinung nach die artgemäßeste Weise Hühner intensiv zu halten und auch die Eier sind geschmacklich die besten die man so kaufen kann - allerdings ist der Sprung von Hühnermobileiern zu den Eiern die die Hühner die bei mir zuhause komplett frei herumlaufen und sich auf Triebwegen, in Hecken, auf dem Futtertisch im Stall und überhaupt auf dem ganzen Hofgelände ihre Mahlzeiten selbst zusammensuchen können, unglaublich.
Meiner Meinung nach nochmal ein solcher Qualitäts- und Geschmacksunterschied wie zwischen konventionellen Eiern und Hühnermobileiern.
Wenn ich höre, wie Verwandte von Kollegen, die mit Bio nichts am Hut haben, erzählen, dass sie die Kartoffeln, die besagte Kollegen als Gastgeschenk mit zu den Verwandten gebracht haben, an alte Nachbarn weitergegeben haben und diese mit Tränen in den Augen gemeint haben, sie hätten seit ihrer Kindheit keine Kartoffeln mehr mit Geschmack gegessen, dann fühle ich mich in dem Gedanken auch bestätigt.
Wenn ich mir im Gegensatz dazu dann vor Augen führe, wie ein Demeter Hof am Bodensee im Moment einen "großen" Schweine-Maststall baut in dem bald 250 Schweine mit Breifütterung gemästet werden, dann kommt mir das fast wie eine Farce vor - Demeter ist zwar der Anbauverband mit den am engsten Gestrickten Vorschriften, trotzdem sind immer noch Welten zwischen den einzelnen Betrieben.
Zwischen den drei Mastschweinen bei mir zuhause, den 40 im Freilauf auf Pente oder den 250, deren Portion jeden Tag exakt gleich aussehen wird und aus gekochten Gemüseresten und Kartoffeln, Getreide, Molke, Eiweißergänzer in Form von Leguminosenschrot und Wasser zu Brei gemischt und maschinell in die Tröge gepumpt wird.
Überall kann man Demeter aufs Etikett schreiben, aber die Schweinchen zuhause sind für den Eigenbedarf, oder eventuell noch für Verwandte, die auf Pente sind exklusiv für die Mitglieder - und die die dann nicht ganz so geil sind, kann man im Bioladen als Demeter-Schweinefleisch kaufen.
Da lobt man sich doch manchmal, dass man Insider ist und an der Quelle der guten Sachen sitzt.
Oder man sollte CSA-Mitglied werden, dann kann man mitbestimmen was auf seinem Teller landet - und sicher sein was es ist.
In dem Sinne viele Grüße aus dem Hunsrück.
Sonntag, 28. Juli 2013
Die Krux mit den Hühnern #2
Nächtliche Gedanken
Ich bin 23 Jahre alt und überlege mir gerade ob ich nicht vielleicht im Moment eine falsche Schiene fahre und die Weiche verpasse über die ich mich in einigen Jahren noch beschäftigen wird.
Ich als angehender Biobauer bin auf dem Weg einen weiteren scheiternden Versuch zu unternehmen die Welt zu retten, einiges von dem Komfort des Lebens im 21. Jahrhundert abzuwählen, um in 45 Jahren mit nichts dazustehen.
Obwohl ich schon in den Kontext hereingeboren wurde, bin ich immer noch dabei die Wichtigkeit und Realität der biologischen Landwirtschaft zu begreifen und das Wissen, dass der Rest der Welt, der nicht in dieser Regelmäßigkeit damit konfrontiert wird, nicht die Möglichkeit hat sich eine fundierte eigene Meinung zu bilden, lässt mich die oft gegenwärtige hilflose Frustration und daraus resultierende Unnahbarkeit vieler Menschen in der Szene ein bisschen nachvollziehen.
Ich versuche mich immer davor zu hüten Dinge per se zu verteufeln und zu verurteilen und ich glaube ich fahre damit auch ganz gut.
Ich habe ein paar Bauern der verschiedenen Lager kennen gelernt und gelernt, dass es überall ungefähr die gleiche Quote an Normalen, Ärschen und Engeln gibt.
In der bio-Szene gefühlt einen Tick mehr Ärsche, aber das kann an der oben beschriebenen Frustration liegen.
Mit 23 hat man Angst vor einem Arbeitsleben, das wohl noch mehr als doppelt so lange dauern wird als ich bisher gelebt habe - und ich habe keine Ahnung was da laufen wird.
Die Angst die Weichen jetzt zu stellen, bzw. den schon gestellten Weichen zu folgen und über Jahre mit dem Stress und Kampf der Selbstständigkeit konfrontiert zu sein, in denen Ehen, Freundschaften und Charaktere geprüft und strapaziert werden und nicht selten zerbrechen und Menschen am Ende, oder wahrscheinlicher, irgendwann mittendrin vor einem Scherbenhaufen stehen und nicht weiter wissen, ist beunruhigend.
Die Aussicht, nach einem Leben als Landwirt, für die letzten Jahre mit seiner Frau ins Altenteil zu ziehen würde voraussetzen, dass man einen eigenen Hof hat und seine Kinder den Job weitermachen oder zumindest vor Ort wohnen bleiben - aber das würde wiederum voraussetzen, dass man in einer Gegend verwurzelt ist und das auch vermitteln kann.
Plus, dass man eine Frau fände die mit dem Leben in der Landwirtschaft klar käme.
Der Kampf gegen die Windmühlen, den die Aufklärungsarbeit über die Wichtigkeit der biologischen Landwirtschaft mit sich zieht ist noch lange nicht gefochten und wird auch nicht einfacher.
Ich bin auch nicht dran interessiert mich beim Versuch Menschen immer und immer wieder aufs Auge zu drücken, wie wichtig es sei, nicht umgewandelte Düngepräperate und Futtermittel die aus solchen entstanden und an Tiere verfüttert wurden zu sich zu nehmen aufzureiben.
Ich möchte auch nicht meine ganze Freizeit damit verbringen nach der Zauberformel zu suchen die einem die magischen Wörter in den Mund legt um die Gefahr von krankem, mit Antibiotika bis zur Schlachtreife gepäppeltem Fleisch und Spritzmitteln, mit denen Pflanzen vor der Ernte tot gespritzt werden darzustellen.
Aber das fiele mir auch nicht ein.
Ich möchte auch von keinem vorgeschrieben bekommen was ich denken und woran ich glauben soll.
Wobei ich gut überzeugen kann.
Vielleicht sollte ich zur Gegenseite wechseln und als Lobbyist genug Geld und Urlaub zu bekommen um ein gediegenes Leben und ein gediegenes Alter zu haben.
Mit Abitur und einem ganz guten Kopf hätte ich eigentlich studieren sollen und gucken ob ich nicht irgendwo an größeren Hebeln zu sitzen komme.
Der Reiz sich im Arbeitsleben selbst verwirklichen und etwas bewegen zu können ist ein ziemlich großes Pfand auf Seite der Landwirtschaft.
Und wenn man es richtig angeht und nicht zu hoch hinaus will kann man auch ein ganz gediegenes Leben haben.
Es gibt Betriebsgemeinschaften die funktionieren und auf einem Hof um eine solche zu gründen bin ich aufgewachsen.
Nur wenn man mal durch Zufälle in einem Teilkreis der Familie sitzt, der den nichtakademischen Weg etwas von oben herab beäugt, fragt man sich doch ob man das alles will.
Fragen über Fragen.
Aber den Text habe ich vor ein paar Nächten mal angefangen, da schien die Sonne nicht und alles was kommt etwas dunkler.
Samstag, 13. Juli 2013
Was ist CSA?
CSA ist die Abkürzung für "Community Supported Agriculture", was mit den Begriffen "Gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft" oder "Solidarische Landwirtschaft" übersetzt wird.
Griffiger ist einer der Slogans von Hof Pente auf dem ich bin, "Gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft - landwirtschaftsgetragene Gemeinschaft", finde ich.
Der Hof sucht sich Mitglieder, die über einen monatlichen Beitrag den finanziellen Bedarf des Hofes ums Jahr herum decken und bekommen dafür das, was der Hof abwirft.
Das ist es sozusagen und ganz unromantisch in aller Kürze.
Es steht aber halt noch viel viel dahinter.
Es als Abo zu sehen wäre falsch.
Es ist, wenn man es von der Realität losgelöst und wunderschön idealistisch in der Perfektion betrachtet ein freiwilliges Geben von beiden Seiten: die Höhe des Mitgliedsbeitrages ist eigenes Ermessen und er wird uns zur Verfügung gestellt, weil die Mitglieder das Projekt gut finden.
Der Gedanke sollte also sein "was ist es mir wert, dass der Hof wirtschaften kann?"
Das wars.
Der zweite Teil ist dann, dass wir als Bauern unser Gemüse nicht unter den Marktbedingungen verkaufen müssen, deswegen geben wir es an die Mitglieder die uns die Möglichkeit geschaffen haben - es ist natürlich ein geben und nehmen und viele rechnen sich aus ob es günstiger oder teurer ist als im Bioladen oder Supermarkt zu kaufen - aber ideal wäre das "Ich unterstütze ein Projekt und bekomme von diesem Projekt Gemüse und so"
Die Mitglieder sind die einzigen Abnehmer, sie haben Einblick und Einfluss auf das Hofgeschehen, es kommen hier mehrmals in der Woche Mitglieder die helfen, der Hof hat sein gesichertes Einkommen (so knapp es vielleicht kalkuliert sein mag - es ist da), die Menschen sehen wie wir arbeiten, an was wir arbeiten, wie viel wir arbeiten, sehen was dabei rumkommt, was dabei für uns rumkommt - das sind alles Sachen die im normalen landwirtschaftlichen Kontext so nicht gegeben sind.
Selbst die Höfe die versuchen möglichst Regional zu vermarkten sind irgendwie ein abstraktes Bild in den Köpfen der Kunden, bei den Mitgliedern ist es anders.
Jeden Freitag ist Abholtag, das heißt, dass die Produkte, das Gemüse, die Eier, ab und zu auch Fleisch, die in der Woche "fertig geworden sind", sprich angefallen, sprich geerntet oder geschlachtet, direkt auf dem Hof an die Mitglieder gegeben werden.
Zum Teil ist es so, dass es noch Extrageschichten gibt, wie zum Beispiel Zuckerschoten oder Erdbeeren Pflücken - und im Winter gibt es Lagergemüse.
Normalerweise müssen Landwirte jedweder Ausrichtung versuchen möglichst viel Quantität vom Acker oder aus dem Garten zu holen, wir haben knapp 200 Mitglieder, da bringt es uns nicht viel 5000 Blumenkohls zu pflanzen, nur weil der auf dem Stück wo der Kohl gerade steht gut wächst.
Es muss haushaltsmäßiger angebaut werden, wir sind im Grunde Hausgarten für 210 Menschen.
Und das ist in irgendeiner Form tatsächlich so.
Sebastian und Julia, die hauptsächlich freitags im Abholraum das bindende Glied zwischen den Mitarbeitern und den Mitgliedern bilden, kennen alle Mitglieder beim Namen und wissen die Vorlieben bezüglich der Gemüse und Bastian meinte gestern zu mir, dass es nicht nur so ist, dass die Mitglieder wissen wo das alles herkommt, sondern, dass er auch weiß wo das alles hingeht.
Und das ist das Besondere glaube ich.
Es ist wie ein erster Schritt zurück in eine tatsächliche, überschaubare und "vertraubare" Gemeinschaft, in der sich Menschen gegenseitig unterstützen und gegenseitig füreinander gerade stehen.
Die Einzelkämpfermentalität bekommt bisschen Konkurrenz vom "sich gegenseitig stützen".
Was gerade in der Landwirtschaft, sprich der Ernährung, startet, wird sich hoffentlich noch bisschen ausweiten.
Hier auf Pente gibt es einen Bauernhofkindergarten, wo Kinder, die sonst irgendwann mal mit 17 ihre erste Kuh gestreichelt hätten, die Gelegenheit haben mit Tieren aufzuwachsen.
Es gibt auch regelmäßig Abendveranstaltungen in künstlerischen, politischen und agrarpolitischen Bereichen und der Hof ist Platz für Kurse und Seminare.
Das könnte man alles noch weiter spinnen.
Im Geografieabitur gab es eine Aufgabenstellung "Das perfekte Dorf der Zukunft" skizzieren zu sollen und ich habe damals eine Utopie entworfen, in der sich ein ganzes Dorf in solch einem Kreislauf bewegt.
Unter anderem hab ich da auch das CSA gedacht - allerdings ohne davon je was gehört zu haben, aber auch die ganzen anderen Facetten des Zusammenlebens, von Babykrippen bis Altenteil im Grunde, könnten abgedeckt sein und seit Internet muss man nicht mal unbedingt in Stadtnähe sein um einem normalen Job nachzugehen.
Es ist keine neue Idee, weil "früher" war das ja alles so, aber es wäre doch sehr sehr groß ein solches Projekt auf die Beine zu stellen - Ökodörfer gibt es ja, aber eine Dorfgemeinschaft in der sich Nicht-Freaks aller politischen Couleurs (in braun gibts das schon...) unter der Fahne der Gemeinschaft versammeln wäre was krasses.
Ich hatte das Projekt fiktiv nach Rebberlah in der Lüneburger Heide gepflanzt, ein sehr kleines aber sehr schönes Dorf in dem meine Familie mal gewohnt hat als ich sehr klein war - also falls wer aus Rebberlah das hier liest, bitte melden, wir machen dann sowas.
Aber nicht dogmatisch sondern so wie es passt, wa? :D
Achso, jetzt bin ich wohl bisschen vom Ursprungsthema abgeschweift, aber ich habe ja groß und Kursiv zusammengefasst was CSA ist und bin dann bisschen in dem was CSA noch sein kann(/wird??) herum geschwommen..
Also das ist CSA.
Sonntag, 30. Juni 2013
Die Krux mit den Hühnern
Es ist eine Metapher für vieles für das die moderne Lebensmittelindustrie steht: die Gesichtslosigkeit und Objektisierung der Tiere, das möglichst zeit- und mühensparende Händeln, Gefühlslosigkeit im Umgang mit dem fühlenden Tier und Herzlosigkeit gegenüber der Angst im Ausgeliefertsein.
Setzen wir das Szenario auf eine grüne Wiese, ein Hühnermobil auf einer Kleegrasfläche, blühende Holunder in der Hecke, ein alter Backsteinbauernhof im Osnabrücker Land mit blühenden Rosen, reifenden Kirschbäumen, Wind, Regenschauer - und ein großer Kerl, der Hennen aus den Nestern sammelt und sie in einen kleineren mobilen Hühnerstall setzt.
Das wäre dann wohl ich, Samstagmorgens.
Der einzige Unterschied ist, dass ich mir die Hennen die noch legen heraussortiere, um ihnen (denen die die 12 Monate Legestress noch nicht zu sehr an die Substanz gegangen ist) noch ein paar Monate extra zu geben.
Wo ich den letzten Satz schreibe und mir überlege was ich als letztes Wort setze; "geben", "schenken", "gewähren", "lassen"(???) fällt mir auf, wie sehr es genau das Vokabular ist, das vor allem "die Veganer" in ihren Schriften gegen Tierhaltung anprangern.
Ein, wenn man so will, gottgleich-anmaßendes Vokabular. Da gibt es keine Euphemismen.
Und auch die Gesichtslosigkeit ist gegeben.
Ich nehme die Hennen die auf den Nestern sitzen. Das wars.
Es sind nicht unbedingt diejenigen, die noch die meisten Eier auf zehn Tage oder zwei, drei Wochen gesehen legen, sind nicht unbedingt diejenigen, die die nächsten Monate von der Konstitution her am besten überstünden, oder gar diejenigen die von ihrem Charakter her für die Herdenstruktur essenziell sind - einfach diejenigen, die von ihrem Rhythmus her dran waren am Samstag dem 29. Juni zwischen 5.30 und etwa 10.15 ihre Eier zu legen.
Die einzigen Ausnahmen werden die Hennen sein, die als Pflegefälle aus der Herde genommen wurden und frei auf dem Hof herumlaufen, die beiden Hähne und eine Henne, die der Kindergarten mal humpelnd gefunden, gesund gepflegt, lieb gewonnen und mit einem Bändchen markiert hat.
Sie werde ich mir noch schnappen.
Ansonsten die 90, die ich in den knapp viereinhalb, fünf Stunden in den kleinen Mobilstall sortiert habe.
So selbstkritisch das jetzt klingt, ich finde die Geste, die Hennen nicht einfach allesamt wegzuschlachten, sondern den Versuch zu unternehmen die robusten, die mit der absurd hohen Eierzahl der Hybridhennen über die Legeperiode am besten klarkamen noch ein paar Monate länger zu halten, einen Schritt in die richtige Richtung.
Im Rahmen des Sortierens ist aber ein alter Gedanke wieder gekommen, ein Gedanke, den ich eigentlich schon wieder als zu komplex und umfangreich verworfen hatte: ich hatte mir mal vor ein paar Wochen überlegt als Jahresarbeit im 4. Lehrjahr (Teil der Freien Ausbildung) eine Gegenüberstellung der klassischen Legehennenhaltung, die sich vom Zukauf der 20-wöchigen Hybridhennen, über eine knapp einjährige Legeperiode bis zum Aussortieren und Ersetzen der Hennen erstreckt, mit der Haltung einer Zwiehuhnrasse inklusive Brut, Aufzucht der Legehennen und Bruderhähnchen, der Schlachtung der Hähnchen, der Legeperiode der Hennen, bis zum Abgang, den man bei den etwas schwereren Hennen auch positiver sehen könnte, weil sie im Gegensatz zu den Hybriden nicht nur aus besserem Leder und Knochen bestünden.
Solche Projekte gibt es natürlich schon, einmal das Kollbecksmoorhuhn und zum anderen die Initative "ei care".
Zusätzlich gibt es noch Versuche an verschiedenen Stellen; Höfen, konventionellen Zuchtfirmen und Fachhochschulen, wo auf verschiedene Arten das Bruderhähnchendilemma anzugehen versucht wird, Zuchtversuche mit Sulmtalern, Australorps, Italienern, Zwiehuhnhybriden und so weiter.
Aber die Situation der CSA, wo Menschen sagen, dass sie die Hofprojekte unterstützen, weil sie gut finden was gemacht wird und weil sie den Landwirten ermöglichen wollen andere, weniger von den Tagespreisen abhängige, Wege zu gehen, ist eine Möglichkeit Menschen zu sensibilisieren - vor allem weil es Projekte wie "ei care", die ja versuchen müssen sich im freien Markt zu etablieren anscheinend ein bisschen stockend laufen.
Ich hätte hier die Möglichkeit im vierten Lehrjahr einen solchen Paralleldurchlauf zu machen und dokumentieren, ohne in dem Dilemma zu stecken mich damit wirtschaftlich behaupten zu müssen.
Auch in dem Wissen, den Initatoren von ei care und so weiter in den Hintergründen nicht das Wasser reichen zu können, wäre eine solche Jahresarbeit eine Sache die mich interessieren würde, und wenn es nur herausbringt, dass ich irgendwann nebenbei noch ein paar Hühner halten könnte, die Hähnchen mästen und die Hennen legen lassen, ohne einen finanziellen Verlust einzufahren - oder auch das Gegenteil.
Und, so komisch es für viele klingen mag, da dann das Hennensortieren mir ein nicht ganz so schlechtes Gefühl geben würde, weil ich sie vom ersten Tag her kennen würde, wüsste dass sie mich kennen und wüsste, dass sie Teil des Hofkreislaufes wären - wie "wir" in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft uns das eigentlich wünschen.
Und dass sie nicht nur fürs Legen leben, sondern auch um sich ein bisschen wohl zu fühlen - wobei ich sagen muss, dass mich die Hybriden die ich zuhause hatte, oft beeindruckt haben, weil sie schon einiges mehr an Power hatten als Hennen klassischer Rassen die da mit auf dem Hof herumgelaufen sind.
Aber das waren auch drei-, vier-, fünf-, sechs- und siebenjährige Hennen, die ihren Peak an Legeleistung hinter sich gelassen hatten (aber trotzdem noch mehr Eier legten als Italiener-, Ramelsloher-, Maran- oder Araucanahennen (von den Brahmas mal ganz zu schweigen)).
Samstag, 29. Juni 2013
Nun ja..
ich habe grad mal wieder reingeschaut um eigentlich einen Post zu schreiben, mir in den Stats die Wege angeschaut über die der Blog hier aufgerufen wurde - und habe zu meinem Erstaunen das hier gefunden:
http://ziehmitdemwind.bboard.de/board/ftopic-94076572nx22786-444.html
Ich weiß nicht genau was ich davon halten soll - es ist irgendwie erschreckend, weil auf mich bezogen, bzw. aus meinen Posts zusammengeschrieben und faktisch schlicht und ergreifend und in einem verwunderlich großen Teil der harten Fakten falsch, plus es ist nicht klar ersichtlich was zitiert - sprich mein Text und was von "haribo" selbst kreiert ist.
Zum Teil sind Sätze aus verschiedenen Posts zu einem zusammengefasst worden und der Ton ist sehr sehr pathetisch. Ich weiß nicht ob "haribo" abgesehen von meinen zwei oder drei Posts über Arvidstorp irgendeine Quelle über Daniel und Cecilia hatte, oder sich mal vor Ort einen Eindruck verschafft hat - ich glaube weder noch.
Die Unterschiedlichen Situationen und Hintergründe sind auch nicht weiter gekannt.
Ich muss mich wohl an die eigene Nase fassen. Ich habe den mir nicht zu privat scheinenden Teil des "Abenteuers", wann immer ich konnte, dokumentiert und wer mich einmal nicht kennt und vielleicht auch zum anderen nicht gründlich genug liest, hat die Möglichkeit die Lücken falsch zu füllen und so zu überraschenden Schlüssen zu kommen.
Ich werde da im Forum mal nachfragen was es mit dem "Artikel" auf sich hat und unter Umständen eine Punkt-für-Punkt-Klarstellung posten - auch wenn der Blog hier wahrscheinlich nach wie vor weit mehr Aufrufe hat als der Forumbeitrag und ich einfach drüber hinweggehen könnte - aber die Faktenunkenntnis und falsche Interpretation bestürzt mich ziemlich.
In dem Sinne und bis auf weiteres - Howdy.

